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 Tierwelt
 
 

Igel

Erinaceus europäus

Dieses stachlige, über Kopf und Rumpf etwa 15 bis 27 cm messende Säugetier gehört zu den bekanntesten Vertretern der Tierwelt. Gartenbesitzern werden sie gelegentlich aufgrund ihres recht lauten Wesens auffallen, schnaufend und knurrend arbeiten sich die Igel durchs Gestrüpp. Auffällig ist auch ihr Verhalten bei Gefahr, da der Igel meistens nicht wegläuft, sondern sich zu einer stachligen Kugel zusammenrollt — leider wird ihm dieses Verhalten im Straßenverkehr allzuoft zum Verhängnis, denn gegen Autoreifen hilft auch ein Stachelpelz nichts.

Der Igel ist eines jener Tiere, die besonders mit dem Hexenwesen in Verbindung gebracht werden, sollten doch die Hausgeister der Hexen oder diese selbst in Gestalt des Stacheltiers auftreten. In Zeiten des Hexenwahns wurden Igel darum scharf verfolgt und wo immer möglich getötet.

Früher mehr als heute war die Redensart „das paßt wie der Igel zum Taschentuch” bzw. Handtuch üblich. Wie bei der Redensart „das paßt wie die Faust aufs Auge” ist etwas gemeint, das in Wahrheit überhaupt nicht paßt. Der „Igel zum Taschentuch” ist eine Abschwächung der derberen, aber noch einleuchtenderen Redensart aus dem siebzehnten Jahrhundert: „Das paßt wie der Igel zum Arschwisch!” (KRÜGER-LORENZEN, 152)

 

Verschiedener Aberglaube

In Gegenwart eines Igels wird vermieden, Vertraulichkeiten zu besprechen, da er eine verkappte Hexe sein könnte.

Der Igel fand auch in der Volksmedizin Verwendung. Wie so oft im medizinischen Bereich ging man mit dem Tier nicht gerade zartfühlend um — zum Glück ist der Igel wenigstens hiervor heute gesetzlich geschützt (wenigstens in Deutschland und anders als vor Autoreifen):

Ein lebendig verbrannter Igel, pulverisiert, soll gegen Epilepsie wirken: In Norddeutschland hält man es für ein gutes Mittel gegen Epilepsie (Fallsucht), wenn man einen lebenden Igel in einem Topfe zu Pulver brennen läßt und dieses Pulver abends einnimmt. Die Asche soll, abends in Wein gemischt, auch gegen unbeabsichtigtes Wasserlassen wirken. (Praktika des täglichen Lebens, 315)
Igelfett empfahl man als Einreibung gegen alle Leibesschäden und zur Wundversorgung. Überdies solle man dadurch vor jeder Ansteckung sicher sein. (Praktika des täglichen Lebens, 315) Das Blut des Igels soll auch bei Nieren- und Blasenstein gut sein.