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Felis sylvestris catus
Dieses beliebte Haustier wurde bereits von den alten Ägyptern aus der Falbkatze domestiziert. Um die Zeitenwende gelangte es als Haustier nach Europa, wo es das dort verbreitete Frettchen als Mäusevertilger verdrängte. Die Katzenhaltung hatte somit — wie auch beim Hund der Fall — vornehmlich praktische Gründe. Erst in jüngerer Zeit wurde die Haltung dieses reviertreuen Kleinräubers zur Liebhaberei und zahlreiche Rassen wurden herausgezüchtet.
Nach neueren Forschungen (laut dpa, April 2004) erfolgte die Domestikation der Katze schon vor knapp 10.000 Jahren. Auf Zypern fand man ein Grab, in dem Mensch und Katze offenkundig gemeinsam bestattet waren. Bie dieser Katze handelte es sich um eine Nubische Falbkatze (Felis silvestris libyca), die als Vorfahr der Hauskatze gilt.
Wie nur wenige andere Tierarten ist die Katze von zahlreichen Mythen und Aberglauben umwoben, nicht unbedingt immer zum Vorteil des Tieres. Sie gilt, vornehmlich als schwarze Katze, als typischer Hausgenosse der Hexen, die gern deren Gestalt annehmen. Im Westfälischen riet man darum: wirft man über den kopf zweideutiger katzen ... einen stahl, so steht plötzlich die gestalt eines alten weibes da. (GRIMM, A. 886) Auch Dämonen zeigen sich in dieser Maske, allen voran der Teufel.
Oder man setzte die Katze in Weihwasser. Suchte sie zu fliehen, war die Hexe erkannt. (PICKERING, 183)
Der Gestiefelte Kater des deutschen Märchens ist ein hilfreicher Kobold in der Verwandtschaft des Tatermanns (Katermann, GRIMM, Bd. I, 416). Kater Hinze im Reineke Fuchs (z.B. in der Version GOETHEs) deutet schon im Namen an, daß hier kein normales Tier gemeint ist, bedeutet Hinze doch Heinzelmann, mithin einen albischen Kobold.
Der Wagen der nordischen Göttin Freyja wird von zwei Katzen gezogen (Edda, Gylfaginning, 24). Eine andere Göttin, die Artemis, auch in ihrer römischen Gleichsetzung Diana, wurde gern mit Katzen dargestellt oder trat in Gestalt des Tieres auf, desgleichen die Hekate. Ihr heilig war die Sal- oder Palmweide, deren puschelige Blüte Kätzchen genannt wird (WALKER, 533).
Als Ursprungsland der Katzenmythologie gilt Ägypten, wo das Wort für Katze Mau ist (nach deren Laut Miau). Hier wurde die Falbkatze (Felis lybia) domestiziert und die katzenköpfige Göttin der Freude und der Liebe, Bastet, war Ortsgöttin der unterägyptischen Stadt Bubastis. Sie war die sanfte Form der wilden Löwengöttin Sachmet bzw. Hathor. In Bubastis gab es ausgedehnte Katzenfriedhöfe.
Verbreitet ist die Annahme, eine Katze habe neun Leben. Im späten Mittelalter, als der Hexenwahn grassierte, hatte die Katze wie viele andere Tiere auch unter dem grausamen Irrsinn zu leiden. So sollte der Hausgeist einer Hexe gern in Gestalt einer Katze auftreten. Ein abscheulicher Brauch war es, zu Karfreitag oder Ostern Katzen in Weidenkörbe zu stecken und in das Osterfeuer zu werfen. Als alte Begleiter der Göttin wurden sie zu Teufelswesen erklärt und konnten gar nicht grausam genug zu Tode gefoltert werde, waren in ihnen doch gleich mehrere (Neun Leben) Dämonen behaust.
Nach einem Aberglauben sollen die Katzen ihre Jungen durch den Mund gebären. Diese Vorstellung mag daher rühren, daß die Katzenmutter ihre Kleinen häufig mit dem Maule umherträgt.
Als Verheißung von Unglück wird angesehen, wenn eine schwarze Katze überraschend den Weg kreuzt.
Wenn sich Katzen in einem Haus beißen, in dem ein Kranker liegt, müsse der sterben, heißt es in der Chemnitzer Rockenphilosophie. (GRIMM, A. 69)
In dieser Sammlung heißt es auch: wenn sich die katze putzt, bedeutet es einen gast. (GRIMM, A. 72)
Es soll niemals Feuer ausbrechen, wenn in einem Haus Hahn, Katze und Hund von schwarzer Farbe sind (GRIMM, A. 1056).
In Pforzheim riet man: begegnet man zweideutigen katzen, halte man den daumen gegen sie. (GRIMM, A. 643)
eine gekaufte katze muß man so ins haus tragen, daß sie den kopf gegen die straße, und nicht gegen das haus hält, sonst bleibt sie nicht. (aus Schwaben, GRIMM, A. 679)
Die Katze ist eines der Tiere, die für Erdstrahlen empfindlich sein sollen. Sie sollen derartige Stellen bevorzugen. (SCHRÖDTER, 46)
Weiteres siehe unter Schwarze Katze.
Als die Olympier vor dem ungeheuren Typhon fliehen, verwandelt sich die Jagdgöttin Artemis in eine Katze.
Katzen gelten als sensitive Tiere. Sie sollen besonders gern Plätze ausuchen, die durch Erdstrahlen hervorgerufene Reizzonen sind. Darin unterscheidet sich die Katze vom Hund, welcher derartige Plätze meidet (GRÜN, 160).
Gängig ist die Übertragung von Fieber auf Tiere. Man soll eine Katze (oder auch einen Hund) einfach mit ins Bett nehmen, das Fieber wechsele dann zum Tier über (Das sechste und siebente Buch Mosis, 299).
Wer eine Katze ersäuft, verliert sein Glück. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 140)
Wenn ein neugeborenes Kind im Hause ist, dürfen nicht zugleich junge Hunde oder Katzen aufgezogen werden, sonst sirbt entweder das Kind oder eins der Thiere, warnte man in Stendal. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 274)