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 Tierwelt - Vögel
 
 

Die Krähe

Corvus frugilegus (LINNÉ), Saatkrähe,
Corvus corone corone (LINNÉ), Rabenkrähe und
Corvus corone cornix (LINNÉ), Nebelkrähe
Corvidae, Rabenvögel

(Kreeg) Krähen sind große und kräftige, gesellig lebende Rabenvogel mit tiefschwarzen Federkleid und rauher Stimme, dernach man ihnen gar nicht zutraut, daß sie wie Amsel oder Nachtigall zur Unterordnung der Singvögel gehören. In Europa gibt es zwei einander sehr ähnliche Arten, die Saatkrähe und die Rabenkrähe, die nur an der unbefiederten Schnabelwurzel der Saatkrähe zu unterscheiden sind sowie als Unterart der Rabenkrähe die erheblich hellere Nebelkrähe. Ihnen im Habitus sehr ähnlich sind der deutlich größere Kolkrabe und die erheblich kleinere Dohle.

Sprichwort: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

 

In der griechischen Mythologie

Der Gott Apollon erfuhr durch eine weiße Krähe (oder einem weißen Raben, den verwandelten Lykios), daß die von ihm geliebte Koronis einen anderen liebte. Aus Trauer darüber färbte er den Vogel schwarz.

 

Keltische Mythologie

Die Kriegsgöttin Badb entscheidet die Schlacht von Mag Tured, indem sie in Gestalt einer Krähe die Fomore verwirrt.

 

Überlieferung, Aberglaube, Wetterregeln

Krähen, Dohlen und Elstern sieht man allgemein als „Totenvögel” an, wie überhaupt die schwarzen Vögel.” (Das sechste und siebente Buch Mosis, 120)

Im Tierreich besteht Freundschaft zwischen (...) der Krähe und dem Reiher (Agrippa von NETTESHEIM, De Occulta Philosophia, Kap. XVIII; Neudruck p. 114, zit. n. SCHRÖDTER, 39).
Dagegen sollen Krähen und Uhus einander hassen und bei Tage, wenn der Uhu die Ruhe pflegt, sollen die Krähen diese Nachteulen angreifen. Das machte man sich bei der Krähenjagd zu nutze, indem man einen Uhu in eine „Krähenhütte” bindet. Die Krähen werden davon angelockt und geraten so in Schußweite des in der Nähe verborgenen Jägers. (ebd., 43)

Überall, wo sich die Krähe zu Boden läßt, soll sie Glück und Wohlstand bringen.

Manchmal treten sie aber derart massenhaft auf, daß man sie zu beseitigen trachtet, doch weiß das die kluge Krähe mitunter zu verhindern:
„Vor Jahren erstarkten im Allgäu die Krähenstaaten. In Riesenzügen wanderten sie zu ihren Schlafbäumen, bedeckten die Felder, horsteten, vermehrten sich etc. Nur kannten sie die Giftköder nicht, die man damals massenhaft (...) auslegte.
Doch Scharen der vergifteten Tiere ließen sich auf Plätzen nieder, wo Lehm und Tonerde offen zutage traten und wo auch Wasser vorhanden war. Abwechselnd fraßen sie die Erde und tranken Wasser, bis sie geheilt waren.” (G. SCHENK, 1948, n. SCHRÖDTER, 40)

Damit sich keine Krähe krächzend auf dem Haus niederläßt und dort herumlärmt, soll man es nach seiner Fertigstellung unbedingt verputzen, rät der Grieche HESIOD (Werke und Tage, 745f.)

Die schwarze Krähe wurde häufig für den Hausgeist einer Hexe gehalten.

Im Halberstädtischen war man der Meinung, „in den Hundstagen trinke keine Krähe”. (KUHN u. SCHWARTZ, A. 115)

Immer mal wieder sind Berichte von angriffslustigen Krähen zu lesen. Im Mai 2003 griff eine Gruppe von zwanzig Rabenkrähen im Stadtpark von Hamburg eine Frau an. Sie entkam den Vögeln, die es auf Kopf und Nacken abgesehen hatten, und kehrte wenig später in Begleitung eines Polizeibeamten zurück. Erstaunlicherweise wurde die Frau erneut angegriffen, nicht aber der polizist und auch nicht der hund der Frau (Elmshorner Nachrichten, 27. Mai 2003).

siehe auch „Rabe

Die Krähen gelten als wetterfühlige Tiere, deren Schreien auf baldigen Regen deutet. In Indien gilt sie als Reinkarnation des Regengottes Indra. In Deutschland heißt die Krähe auch Martinsvogel und soll den kalten Winter übers Land bringen (n. Wie’s Wetter wird 3, 36).

„Halten die Krähen Konzilium,
schau nach Feuerholz dich um.”