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| Tierwelt - Vögel | |
Grus grus (LINNÉ)
Gruidae (Kraniche)
Ein in den Sumpfgebieten des nordöstlichen Europa heimischer, sehr großer grauer Vogel mit langem Schnabel. Auffallend sind die Balztänze, welche die sehr scheuen Kraniche vor der Brutzeit aufführen. Der Kranich ist ein Teilzieher, seine Winterquartiere liegen am Mittelmeer und südlicher.
Als der furchtbare Typhon die Olympier bedrohte, entfloh Apollo vor ihm in Gestalt eines Kranichs.
In einen Kranich soll nach antiken Erzählungen die Königin der Pygmäen, Gerana, verwandelt worden sein, weil sie sich für verehrungswürdiger als die Göttinnen gehalten hatte.
Ein Heer von menschenfressenden Kranichen soll laut Homers Illias nach Süden gezogen sein, um in den Nilsümpfen das kleine Volk der Pygmäen zu jagen.
Einen Kranich (griech. Geranos) genannten Reigen soll der Grieche Theseus auf der Insel Delos eingeführt haben. Diesen den Gängen des Irrgartens auf Kreta nachempfundenen Tanz hatte er von seiner Geliebten, der kretischen Königstochter Ariadne, die ihn ihrerseits vom berühmten Handwerker und Erfinder Daidalos erlernt hatte. Ein von Daidalos gefertigtes Bild dieses bereits bei HOMER erwähnten Reigens der Ariadne (Illias 18.590ff.) fand sich nach PAUSANIAS in Knosos auf Kreta (Böotien 40,3).
Es heißt, der keltische Gott Ogma habe die Oghamschrift erfunden, nachdem er den Flug der Kraniche beobachtet hatte, welche als Hüter des Geheimnisses dieser Schrift galten.
Das in der Sage von Herzog Ernst erwähnte Volk der Agrippiner bestand aus Mischwesen aus Mensch und Kranich. Diese bedrängten ein Zwergenvolk, bis Ernst sie von denen befreien konnte.
Im Aberglauben heißt es, im Schwarm um das Haus kreisende Kraniche kündigten baldigen Nachwuchs an.
Eine Wetterregel besagt, daß hoch fliegende Kraniche gutes Wetter ankündigen.
Nach einer japanischen Überlieferung bekommt einen Wunsch erfüllt, wer eintausend Origami-Kranische faltet.