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 Tierwelt - Vögel
 
 

Der Kuckuck

Cuculus canorus L.
Cuculidae, Kuckucke

(auch Guckguck, Kukuk) Ein über fast ganz Europa (außer Island) verbreiteter Vogel, der als Brutschmarotzer seine Eier von anderen Vögel ausbrüten und die Jungen von den Pflegeeltern als deren eigene aufziehen läßt. Dabei nutzen die Kuckucksweibchen die Nester verschiedener Vogelarten, doch hat jedes Kuckucksweibchen bestimmte Vorlieben. Ist der junge Kuckuck geschlüpft, wirft er die anderen Eier und Jungvögel aus dem Nest und kommt so in den alleinigen Genuß der pflegerelterlichen Sorge.
Seinen Namen hat der Kuckuck lautmalerisch nach dem bekannten Ruf des Männchens.

Als weitere Art aus der Familie der Kuckucke kommt im südlichen Europa noch der Häherkuckuck Clamator glandarius vor.

Der altgriechische Olympier Zeus stellte seiner Schwester Hera nach. Eine Gelegenheit bot sich ihm, als Hera sich einmal etwas von ihren Gefährtinnen entfernt hatte und in der Landschaft Argolis (Peloponnes) am Berg Thornax ruhte. Zeus entfachte ein Unwetter und erschien der Hera als durchnässter, vor Kälte zitternden Kuckuck, der sich der Göttin auf den Fuß setzte.
Kaum hatte Hera mitleidig den Kuckuck unter ihr Kleid genommen — da nahm der vermeintlich Hilflose „seine rechte Gestalt wieder an und mutete ihr sonst etwas zu”. (HEDERICH, Sp. 1393)
Hera drängte auf Heirat, worin Zeus einwilligte. Jener Berg Thornax heißt seither Kuckucksberg, auf dem Zepter der Hera sitzt ein Kuckuck.

„Kuckucksberge” gibt es auch im deutschsprachigen Raum. Bei Kreuznach, Durlach und Weinsberg liegt jeweils ein Gauchsberg, in der Schweiz gibt es einen Guggisberg und einen Göckerliberg. (Gauch, Guggi, Göckerli = Kuckuck) Nebenbedeutung des Namens Gauchsberg ist Narrenberg. (GRIMM, 567)

Wolkenkuckucksheim nennt ARISTOPHANES in seiner Komödie Die Vögel eine Stadt, welche Vögel in der Luft erbaut hätten. Das Wort Wolkenkuckucksheim wurde sprichwörtliche Umschreibung eines Phantasiegebildes.

 

Ein Aberglaube aus dem Württembergischen besagt: „wer frühlings den kukuk zuerst schreien hört, und unbeschrien in seinem gelde rüttelt, dem geht das geld niemals aus.” (GRIMM, Dt. Mythol. III., A. 668, S 457)

„es ist nicht gut, daß der kukuk nach johannis schreie, und bedeutet theuerung&148; (ebd., A. 228, S 442).

 

Bauernregeln

„Wenn Kuckucke im Märzen schreien, kann man sich auf den Frühling freuen.”

Wenn der Kuckuck am 9. April nicht gerufen hat, so ist er erfroren.

Wenn der Kuckuck noch deutlich nach Peter und Paul (29. Juni) ruft, so soll die Steiermark (Österreich) schon im Advent verschneit sein.

„Solang’ der Kuckuck schreit,
fürchte die Trockenheit.”

„Wenn der Kuckuck im August noch schreit,
wird der Winter teure Zeit.”