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 Tierwelt
 
 

Läuse

Eine meist als lästig empfundene Gruppe von Insekten, die auf der Körperoberfläche sitzen und den Saft des Wirtes saugen. Die für den Menschen wichtigsten, weil ihn als Wirt bevorzugenden Läuse sind Filzläuse, Kleiderläuse und Kopfläuse. Weil dabei auch Krankheiten übertragen werden können, ist solches Übel nicht allein unangenehm, sondern auch gefährlich. So wurden beispielsweise die Pestepidemien, die zur Anbruch der Neuzeit Europa verheerten, durch Läuse verbreitet, die ihrerseits von Ratten und Mäusen transportiert wurden.

Andererseits dienen die Läuse ihrem Wirt auch als Nahrung. E. SCHIMTSCHEK berichtet von südamerikanischen Indianerstämmen, die ihre eigenen Läuse essen, um das zu beißen, wovon sie selbst gebisen wurden. Die „Tapirapé essen nur Läuse von Personen, die ihnen nahestehen”, die Yurup-Indianer meinen, mit der Laus etwas vom Charakter einer abgeschiedenen Seele aufzunehmen, die vorübergehend die Form einer Laus angenommen hat (Insekten als Nahrung, in Brauchtum, Kult und Kultur, 9).

Gegen Läuse in den Kleidern riet man laut einer Überlieferung aus Stendal, man solle am neunten Tag eines Monats vor Sonnenaufgang einen bislang nicht besuchten Friedhof betreten, von einem Grab etwas Erde nehmen und sie an der rechten Seite des Körpers tragen. (n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 456)

Gegen die Gelbsucht rät ein volksmedizinischer Aberglaube: „Läuse, auf Butterbrot genossen, vertreiben die Krankheit.” (FRISCHBIER, 58)

Träumt man von wenigen Läusen, so bedeutet’s Geld, träumt man aber von vielen und kleinen, so bedeutet’s Krankheit. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 472)

Gegen Läuse wurde früher eine Abkochung des Läusekrauts (Pedicularis) verwendet.