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| Tierwelt | |
Talpa europeae L.
Talipidae, Maulwürfe
Ein kleines, meistens unterirdisch lebendes Säugetier, das in fast ganz Europa heimisch ist.
In Grochwitz bei Torgau nennt man [dem Pfannkuchen] ähnliche Kuchen ,Eiserkuchen’, weil sie mit einer eisernen Form gepreßt werden. Man sagt, mit dem Eisen drücke man dem Maulwurf die Schnauze, dann stoße er nicht so gewaltig den Boden auf. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 5)
Wer Schöllkraut zusammen mit dem Herzen eines Maulwurfs mit sich führt, soll davon außergewöhnliche Körperkräfte erhalten, zudem soll diese Mischung bei Rechtsstreitigkeiten zum Sieg verhelfen.
Maulwurfserde galt im Volksglauben als Abwehrmittel gegen Flöhe. (WEHR, 66)
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: wer eine abgebissene maulwurfspfote bei sich trägt, kauft wolfeil und verkauft theuer. (GRIMM, A. 261)
Ein Aberglaube aus der Mark lautet: Von Maulwurfsfell Börsen tragen, bringt Glück. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 479)
Stößt ein Maulwurf im Haus durch den Boden, so muß einer sterben, sagte man in Worms. (GRIMM, A. 555) Andernorts sagte man: wirft der maulwurf in der wäschekammer, so bedeutet es den tod der hausfrau. (GRIMM, A. 881) Dazu muß man wissen, daß früher der Fußboden in den Wirtschaftsräumen und im Keller des Hauses meistens aus gestampfter Erde oder Lehm bestand.
Maulwürfe und Erdflöhe sollen Knoblauch, Möhren und Poree meiden, Wühlmäuse und Maulwürfe sollen von der Kreuzblättrigen Wolfsmilch (Euphorbia lathyris) aus dem Obstgarten vertrieben werden. (SCHRÖDTER, 25)
Wenn die Maulwurfshügel im Herbst besonders hoch sind, dann soll ein sehr strenger Winter zu erwarten sein.