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 Tierwelt
 
 

Die Maus

Mus musculus domesticus L. Hausmaus
Muridae (Langschwanzmäuse)
Microtus arvalis (PALLAS) Feldmaus
Microtidae (Wühlmäuse)

Die Hausmaus ist in ganz Westeuropa verbreitet und bevorzugt die Nähe menschlicher Siedlung, wo sie als Vorratsschädling und Krankheitsüberträger gefürchtet ist.
In Mittel- und Osteuropa verbreitet ist die Feldmaus, die Wiesen, Felder und trockene Kiefernfelder bevorzugt.
Neben diesen beiden bekannten Vertetern leben in Europa noch eine ganze Reihe weiterer Vertreter dieser Nagetiere.

Die sprichwörtliche „arme Kirchenmaus” verdankt ihr Dasein in der Redensart dem Umstand, daß es in einer Kirche keine Speisekammer gibt (KRÜGER-LORENZEN, 193).

Mäuse allgemein und insbesondere weiße Mäuse galten nicht immer nur als Plagegeister, sondern wurden auch als heilige Tiere angesehen. Dann galten sie als Glücksbringer und Heiler von Krankheit. In der Regel ist die Maus, die sich bereits vor 8.000 Jahren dem Menschen bzw. seinen Vorräten angeschlossen haben soll, jedoch einer der bekanntesten Vertreter der vom Menschen als Schädlinge angesehenen Tiere.

 

„Regnet’s am St.-Laurenz-Tag (10. August),
gibt es große Mäuseplag’.”

Aus der Speisekammer sollen sich Mäuse vertreiben lassen, indem dort reichlich Kamille, Oleander und Pfefferminze ausgelegt wird — deren Duft sollen die Nager verabscheuen.

Ratten und Mäuse sollen auch hingelegte abgezogene Köpfe solcher Tiere vertreiben (Das 6. und 7. Buch Mose, 64).

„Man vertreibt Ratten und Mäuse, indem man an einem hohen Festtage vor Sonnenaufgang einen alten ungeputzten Schuh schweigend auf einen Kreuzweg trägt und die Schuhspitze nach der Gegend richtet, wohin die Ratten und Mäuse auswandern sollen.” Magisch-sympathetischer Hausschatz, 85

Als christliche Schutzpatrone werden Gertrud von Nivelles, Kolumban, Kakukilla sowie Nikasius von Reims gegen Mäuse- und Rattenplagen angerufen.

„Nicasiabends des heiligen namen mit kreide an die thür geschrieben, macht die häuser frei von mäusen.” (Chemnitzer Rockenphilosophie, n. GRIMM, A. 173; Nikasius: 14. Dezember)

In der Sage vom Mäuseturm zu Bingen nehmen Mäuse Rache an dem grausamen Bischof Hatto.

Einem Aberglauben zufolge wird dem Kind rasch ein neuer Zahn wachsen, wenn der ausgefallene Zahn in ein Mäuseloch geworfen wird. (aus Berlin, KUHN u. SCHWARTZ, C. 443)

Aus Gernsbach im Speierschen stammt der Rat, dem Kind einen mit den Zähnen abgebissenenen oder mit Gold abgeschnittenen Mäusekopf umzuhängen. Das erleichtere das Zahnen. (GRIMM, A. 581)

 

Maus als Wetterzeiger

Wenn die Mäuse vernehmlich pfeifen, soll es Regen geben; das Zischen der Mäuse deute laut Theophrast (Schüler d. Aristoteles, 4. Jh. v.) auf schlechtes Wetter (Wie’s Wetter wird 3, 34).

Ein harter Winter ist zu erwarten, wenn Mäuse besonders tief graben.

 

Vermischtes

Eine ungewöhnliche Meldung ging Anfang 2006 um die Welt: Im US-Staat New Mexico hatte ein Hausbesetzer eine Maus in einen Haufen brennender Blätter geworfen. Der Nager rächte sich, indem er brennend dem Brand entfloh, ins Haus rannte und dieses ansteckte, woraufhin das hölzerne Gebäude bis zum Grund niederbrannte.

Von dem antiken griechischen Seher Teiresias heißt es, er sei nach seinem Tod in eine Maus verwandelt worden; diesen Tieren wird eine Art zu wahrsagen zugeschrieben. (HEDERICH, Sp. 2380)