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 Tierwelt - Vögel
 
 

Der Schwan

Dieser prächtige Vogel ist ein Sinnbild des Hellen und Hoheitsvollen, sicher wegen seines weißen Gefieders und des würdevoll-majestätischen Anblicks, den der über das Wasser ziehende Schwan bietet. Fast scheint er wie eine Wolke über Seen und Flüsse zu schweben.

Berühmt ist der Schwanengesang, den der sterbende Schwan erschallen lassen soll.

Der Schwan selbst soll durch Klang beeinflußbar sein: „Die Schwäne des Nordens folgen dem Zitherspiele.” (Agrippa von NETTESHEIM, De Occulta Philosophia, Kap. XXIV, zit. n. SCHRÖDTER, 106)

 

Griechische Mythologie

Zeus paart sich in Gestalt eines Schwans mit der Nemesis bzw. der Leda.

Der Schwan ist wegen seines sagenhaften Sterbegesangs ein dem Gott Apollo geweihtes Tier. Apollo galt als Erfinder der Musik.

Die Aphrodite/Venus reiste sie in einem von Schwänen gezogenen Wagen durch die Lüfte ( z. B. OVID, Metamorphosen, X.708ff.).

 

Germanisch / Nordisch

Schwanenfamilie.
Schwanenfamilie. Aufn. R. ZOMPRO, 2005.

 
Nach nordischem Mythos stammen die Schwäne von zwei Schwänen ab, die an der Wurzel des Weltenbaums Yggdrasil an Urds Brunnen leben. Dessen Wasser ist so heilig, daß alles weiß wird, was davon berührt wird (Gylfaginning, 16).

Herr der Schwäne war der Wolkengott Hoenir.

Als Schwanenkönigin der Walküren gilt Kara. Sie besiegte ihre Feinde, indem sie singend über deren Köpfe hinwegflog. Dabei trug sie ein Kleid aus Schwanenfedern.

Diese Schwanfrauen begegnen in vielen Erzählungen. Wem es gelingt, ihnen das Schwanenkleid zu nehmen, während sie baden, der gewinnt sie zur Frau.

Zwei Schwäne besiedeln Urdar, den von der Quelle Urdrbrunnr gespeisten Weiher der Nornen.

Von den Hyperboreern heißt es, ihr König Atlas (jener, der sonst König von Atlantis genannt wird) habe in seinem nordischen Land beobachtet, wie alljährlich der Fortzug der Schwäne und deren Wiederkehr mit dem Lauf der Sonne korrespondierte. Der Schwan sei daher zum Sonnenvogel geworden und in südlichen Ländern, wo weder Schwan in diesem Zusammenhang noch die nordische Sonne bekannt waren, der Mythos aber dennoch bekannte war, machte man andere Vögel, Falke, Adler, Gans, Ente, Taube, zu einem solchen Symboltier. Auch die Sage vom erscheinenden und entschwindenden Schwanenritter Lohengrin sei als Sonnenmythos zu verstehen. (WENDT, 19)

 

Christentum

Ein Schwan oder mehrere Schwäne sind Attribute der Heiligen Cuthbert, Hugo von Lincoln und Ludgerus.

 

Deutsch

Im Teufelssee in den Müggelsbergen bei Köpenick soll früher oft ein Schwan gewesen sein, welcher eine verzauberte Prinzessin war, deren Schloß in dem See versunken ist. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 85)

Der Schwan — ganz königliches Tier — war Lieblingstier des Bayernkönigs Ludwig II. Sein berühmtes Schloß Neu Schwanstein heißt allerdings nicht nach diesem Tier, jedenfalls nicht direkt. Auf dem Berg bei der Pöllatschlucht, wo Ludwig sein Märchenschloß errichten ließ, stand im ausgehenden Mittelalter eine Burgfeste namens Schwanstein, die dem Schwanenorden, einer „Gesellschaft zum Lobe der Jungfrau Maria” gehörte. Diese Burg wurde im dreißigjährigen Krieg restlos zerstört, einzig der Name wurde überliefert und nach diesem benannte Ludwig sein Bauwerk „Neu Schwanstein”.

 

Etrusker

Der Schwan ist Attribut der Turan.

 

Alchemie

Der Schwan hat nach alchemistischer Sichtweise drei Farben: das Weiß seines Gefieders, das Rot seines Blutes und — nach mancher alter Auffassung — das Schwarz im Fleisch älterer Tiere. Damit zeige der Schwan die drei Hauptfarben des „Großen Werkes” (DIXON, 1982, n. GEBELEIN, 301).

 

Verschiedenes

Der Schwan war das Lieblingstier der Kaiserin Josephine.