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| Tierwelt | |
Arachnida - Spinnentiere

Ein Tier, das bei vielen Menschen Grausen verusacht. Das mag an den acht behaarten Beinen an gegliedertem, oft dickem Körper mit hängendem Hinterleib liegen, die zu einem insgesamt vielfach als unschön empfundenem Äußeren beitragen.
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Natürlich ist die Spinne von Aberglauben umwoben. Begegnet man ihr am Abend, so verheißt dies Glück: Spinne am Abend, erquickend und labend. Am Morgen reimt es sich anders: Spinne am Morgen, Kummer und Sorgen. Es soll dieses aber eher mit der früher im häuslichem Bereich häufigen Tätigkeit des Spinnens zu tun haben, als mit dem Krabbeltier.
Differenziert sieht es der Magisch-sympathetische Hausschatz:
Spinnen, namentlich die kleinen roten oder schwarzen, bedeuten Glück, wenn sie sich von oben auf Hand, Gesicht usw. niederlassen. Andere Spinnen, besonders die großen, bedeuten am Abend Glück, am Morgen Unglück. (In: Das sechste und siebente Buch Mosis, 120)
Auch im Liebeszauber ist die Spinne von Bedeutung: Drückt ein Mädchen einem jungen Mann Spinneneier an die Kleider, so muß er bei ihr werben. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 145)
wem frühmorgens eine spinne auf den rock kreucht, der wird des tages glückselig. (Chemnitzer Rockenphilosophie, n. GRIMM, A. 134)
Die Spinne ist auch Wetterzeiger. In einer Bauernregel heißt es:
Wenn im September Spinnen kriechen,
sie einen harten Winter riechen.
Verzichten die Spinnen auf den Bau eines Netzes oder zerstört sie ihr vorhandenenes Netz, so darf ein Tiefdruckgebiet mit Regen erwartet werden:
Reißt die Spinne ihr Netz entzwei,
kommt der Regen bald vorbei.
Regen soll es auch geben, wenn die Spinnen sich aus ihrem Netz zurückziehen und in ihre Schlupfwinkel krabbeln, heißt es in Schleswig-Holstein. (RUST, 21)
Spinnen sollen einen Widerwillen gegen den Majoran haben. (Agrippa von NETTESHEIM, De Occulta Philosophia, Kap. XVIII, zit. n. SCHRÖDTER,, 43)
Als einen Liebeszauber sollen junge Mädchen dem Mann ihres Herzens Spinneneier an die Kleider drücken, dann müsse er bei ihr werben (Das sechste und siebente Buch Mosis, 145).
Das Abbild eines Spinnennetzes galt als magisches Schutzmittel, nicht nur zur Abwehr von Fliegen, sondern auch zur Abwehr von Unheil insgesamt (SCHIMITSCHEK, 30).
Der Heilige Konrad soll einmal versehentlich mit seinem Wein eine giftige Spinne verschluckt haben. Das Tier tat dem Bischof aber nichts zuleide und eingedenk dieser Legende stellt man Konrad von Konstanz mit einer Spinne dar.