Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Allmende
 
 

Mythische Tierwelt

Wohl allen Tieren, die mit dem Menschen in Kontakt treten, werden in irgendeiner Form übersinnliche Kräfte zugesprochen. Besonders natürlich die Tiere, die als Haustiere, Kulturfolger oder ungebetene Untermieter zur engsten Umgebung des Menschen gehören, etwa Hund, Amsel oder Ratte, weiter alles, was vom Menschen gejagt wird, als ein Konkurrent gesehen wird oder sogar selbst Jäger ist, besonders Hirsch, Wolf und Adler. Schließlich sind alle Tiere, deren Auftreten besonders auffällig ist, für Unerklärliches prädestiniert, beispielsweise der krächzende Rabe, die plötzlich in Unzahl auftretenden und laut quakenden Frösche oder die das Schiff begleitenden Delphine.

Daß Götter in Tiergestalt erscheinen können, ist seit alters her überliefert. Man denke nur an die Götter der Ägypter oder an Zeus, der sich als Verführer seinen Auserwählten bevorzugt in Tiergestalt nähert, etwa der Leda als Schwan oder der Europa als Stier.

Entsprechend bevorzugen auch Hexen, Geister und Dämonen aller Art die Verkleidung eines Tieres. Hexen sollen besonders gern als Katzen erscheinen, der Teufel schließlich erscheint als jedes beliebige Tier, niemals aber als Taube oder Lamm.

Der Bearbeitungsstand folgender Tiere ist sehr unterschiedlich:

Aal, Adler, Affe, Ameise, Amsel, Bär, Biene, Delphin, Dohle, Drache, Eber, Eichhörnchen, Eidechse, Einhorn, Elch, Ente, Esel, Eule, Falke, Fasan, Fisch, Fledermaus, Fliege, Frosch, Fuchs, Gans, Geier, Habicht, Hahn, Hase, Haustiere, Heuschrecke, Hirsch, Hirschkäfer, Holzwurm, Huhn, Hummel, Hund, Ibis, Igel, Insekten, Jakobsmuschel, Kaninchen, Katze, Krähe, Kranich, Kröte, Kuckuck, Lachs, Lamm, Maikäfer, Maulwurf, Muschel, Löwe, Ölkäfer, Panther, Pelikan, Pfau, Pferd, Rabe, Ratte, Regenwurm, Salamander, Schaf, Schellfisch, Schildkröte, Schmetterling, Schwalbe, Schwan, Schwein, Spanische Fliege, Spatz, Spinne, Skarabäus, Skorpion, Stier, Storch, Taube, Vogel, Wachtel, Wels, Widder, Wiesel, Wiedehopf, Wolf, Zaunkönig, Ziege

Siehe auch Mischwesen und Auferziehung durch Tiere.

 

Verschiedenes zum Getier

In der griechischen Mythologie: Artemis ist als „Potnia Theron” Herrin der Tiere.

Nach iranisch-zoroastrischem Mythos stammt ein erstes Paar Rinder vom erschlagenen Ur-Stier Geush-Urvan. Dieses Rinderpaar zeugte alle 272 Arten „guter” Tiere.

Einem Aberglauben nach soll es zu jedem am Lande lebenden Tier eine Entsprechung unter Wasser geben. Man kann das in der Regel aber nicht sehen, da die Gewässer zu tief und zu groß sind —. So erzählte man in Bartelfelde, n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 445.

Gott der Tiere war in Mesopotamien der Simukan.

„Im klassischen Altertum kannte man eine große Zahl von Tiergräbern, die (...) als Überreste alten Tierkults zu betrachten sind. (...) Das bekannteste derartige Grab, das chynòs sähma auf dem thrakischen Chersones, galt als Ruhestätte der in einen Hund verwandelten Hekate.” (MENGIS i. Handwörterbuch VIII, 861f.)