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(Harn) Das wässrige Ausscheidungsprodukt der Nieren hat sowohl bei medizinischen Außenseitermethoden wie in Zauberei und Hexerei seine Bedeutung.
Die Ausscheidung des Urins befreit den Körper von dem besonders durch Eiweiße aufgenommenen Stickstoff, indem er ihn in den Harnstoff umwandelt. Dieses geschieht in den Nieren, welche beim Menschen täglich rund fünfzehn Liter sogenannten Primär-Urin ausscheiden, welcher in den Nierenkanälchen durch Entzug von Wasser zu etwa anderthalb Liter Sekundär-Urin konzentriert wird.
Sammlung:
Der Urin der Götter Zeus, Poseidon und Hermes soll die Entstehung des Orion (Name!) befördert haben.
Urin wird für die Zurichtung einer Hexenflasche benötigt.
Aus Urin soll der alchemistisch für das Tierreich stehende Lapis animalis (Tierstein) gewonnen werden können (GEBELEIN, 46).
Zur Förderung des Harndrangs empfiehlt die Kräutermedizin etliche Kräuter: Bergwohlverleih, Boretsch, Echte Hauswurz, Echter Kreuzdorn, Einjährige Sonnenblume, Färberginster, Feldrittersporn, Feldstiefmütterchen, Gartenbingelkraut, Gartenringelblume, Brennessel, Gelben Blasenstrauch, Gemeine Bärentraube, Gemeine Quecke, Große Bibernell, Großer Wiesenknopf, Heidekraut, Hopfen, Knoblauch, Kornrade, Kunigundenkraut, Liebstöckel, Kürbis, Maiglöckchen, Märzveilchen, Meerrettich, Pfefferminze, Sand-Segge, Sauerkraut, Schlehe, Silberdistel, Sumpfporst, Vogelmiere, Waldmeister, Weißbirke, Wiesenkümmel und Zwiebel.
Der Magisch-sympathetische Hausschatz rät bei nachlassender Manneskraft (böse Einwirkung, Impotenz), der Ehemann solle mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bilden und dadurch, von anderen unbeobachtet, Wasser lassen (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 46).
Der Grieche HESIOD empfahl: Pisse ... nicht zur Sonne gewand im Stehen; nach ihrem Untergang aber bis kurz vor dem Aufgang pisse bedachtsam auch nicht auf dem Weg noch neben dem Weg im Gehen und auch nicht entblößt, denn die Nächte gehören den Göttern. Hockend macht es ein trefflicher Mann, der weiß, was man tun soll, oder er tritt zur Wand des wohlumwehrten Gehöfts. (Werke und Tage, 727-732)
Weiter mahnte HESIOD: Pisse nie in die Wogen mehrwärts strömender Flüsse, nie auch in Quellen, nein, meide es gründlich. (ebd., 756-757)
wer zu gevattern stehen will und hat sich schon zur kirche angezogen, soll nicht erst sein wasser abschlagen, sonst thut das pathchen desgleichen ins bett. (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 57)