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| Der Mensch | |
Eine menschliche Gemütsäußerung, besonders bei Trauer und Kummer. Bei Säuglingen und Kleinkindern auch Ausdruck allgemeinen Unbehagens oder Folge eines Erschreckens.
Daß einem beim Weinen die Nase läuft, rührt von der dabei starken Tränenproduktion der Tränendrüsen am Auge her. Die Mengen an Flüssigkeit können von den Tränenkanälen der Augen allein nicht bewältigt werden und ein Teil wird über die kleineren Tränenkänale in die Nase abgeleitet, weshalb es zum Schneuzen kommt.
Im Aberglauben gelten beim Weinen vergossene Tränen als wirksame Abwehr des Bösen Blicks, weshalb die Braut angehalten ist, vor der Trauung reichlich zu weinen, auch Angehörige sind dazu anzuhalten.
Weint dagegen das Kind während der Taufe, so sollen ihm nur wenige Jahre auf Erden vergönnt sein.
Gegen übermäßiges Weinen des Kindes rät ein Aberglaube aus dem Lande ob der Ens: den dritten tag nach der geburt muß der pathe dem kind das weinen abkaufen (ihm ein stück geld in die windel stecken), damit es ruhe erhält. (GRIMM, III., A. 739)
Sprichwörtlich falsche Tränen sind die sog. Krokodilstränen. Krokodile sollen tatsächlich aus ihren Augen gelegentlich Flüssigkeit abscheiden, was damit gedeutet wird, daß diese fleischfressenden Reptilien ihren Opfern falsche Tränen nachweinen. Da sich das Krokodil wohl kaum friedlich algenäsend nähren kann, gehören diese Krokodilstränen zum reichen Repertoire von Ausdrücken, mit denen der Mensch schlechte Verhaltensweisen im Tierreich wiederzuerkennen glaubt, vgl. Kuckucksei für uneheliches, untergeschobenes Kind oder einen Verräter oder eitler Pfau, Homo hominus lupus est (lat. der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) u.v.m., trotzdem das Tier in aller Regel nicht anders tut als von der Natur vorgesehen.
Dagegen ist das eingeübte Vergießen von Tränen bei jeder passenden Gelegenheit, wie es besonders bei Personen des öffentlichen Lebens, in Sonderheit Schauspielern und Spitzenpolitikern, zu beobachten ist, eine ausgesprochen widerwärtige Heuchelei.
Siehe den Artikel Tränen.