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| Sterben, Tod und Grab | |
Verbreitet ist die Vorstellung von Verstorbenen, die in ihrem Grab keine Ruhe finden und als Tote umherwandeln.
Im Aberglauben heißt es man soll dem todten keinen namen zurufen, sonst wird er aufgeschrien. (Grimm, Dt. Myth., Bd. III, 463)
Die Mythologie liefert für das Phänomen des Wiedergangs viele Vorbilder. So treten etliche Heldenfiguren in das Totenreich ein, um von dort zurückzukehren, etwa Herakles oder Orpheus. Auch Gottheiten begeben sich in die Unterwelt, aus der sie vervollkommnete Fähigkeiten mitbringen. So gewinnt Odin die Runenweisheit, indem er sich selbst opfert. Auch der christliche Jesus stirbt. Indem er nach diesem Opfer aufersteht, bringt er der sündigen Menschheit die Hoffnung der Erlösung.
Wiedergänger das Volks- und Aberglaubens sind anders als die vergöttlichten Vorgenannten eher finsterer Natur. So sollen ruchlose Verbrecher auch nach ihrem Hinscheiden die Menschen plagen, bevorzugt am Ort ihrer Untaten.
Daran sucht man sie zu hindern, indem man sie mit einem Pfahl ins Grab nagelt, ein Verfahren, das durch die Vampirgeschichten besonders bekannt ist. Die Zerstückelung des Leichnams soll ihn am umherwandeln hindern. Auch schwere Steine deckeln die Grabstätte zuverlässig ab. Nicht kultgerecht Bestatteten bleibt die letzte Ruhe verwehrt — so bedingen womöglich Grabsteine und Wiedergängerglaube einander.
Besonders im Kindbett verstorbenen Wöchnerinnen traute man einen Hang zum Wiedergang zu (WEHR, 226).
Im Mai soll man nicht heiraten weil man riskiert, einen Wiedergänger zum Gatten zu bekommen oder eine Frau aus der anderen Welt. (LECOUTEUX, 221)
In Pforzheim sagte man: wer geld vergräbt muß nach dem tod so lange umgehen, bis es gefunden wird. (GRIMM, A. 606)
Bekannte Wiedergänger der Literatur: Ahasver, der fliegende Holländer, Graf Dracula, Hamlet.