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Die alten Ägypter kannten den Bes als Beschützer der Wöchnerinnen und Säuglinge.
Im Zeitraum nach einer Geburt gilt die Frau als besonders empfänglich gegenüber finsteren Mächten. Die Bibel schreibt genau vor, wie lange die Wöchnerin im Wochenbett bzw. außerhalb der Gemeinschaft zu verbleiben hat: 40 Tage bei einem Sohn, 80 Tage bei einer Tochter. Während dieses Zeitraumes galt sie als unrein, wobei die ersten 7 (Sohn) bzw. 14 Tage (Tage) mit der Menstruation gleichgesetzt ist (3. Mose 12, 2-7).
Von der Wöchnerin weiß der Abergläubische, daß sie allerlei Unglück anzieht, Blitzschlag, allgemeines Mißgeschick oder den Bösen Blick. Um solches Unbill abzuwenden gab man der Frau Stroh in die Schuhe und Wachteleier zur Speise. Auch Weihwasser und Rosenkränze gelten für hilfreich. Kann die junge Mutter das Wochenbett verlassen, hat sie ihr erster Weg in die Kirche zu führen (WEHR, 1992, 227).
Half alles nichts und die Wöchnerin verblieb im Wochenbett, so war mit ihrer weiteren Anwesenheit als Wiedergängerin zu rechnen. Zur Ablenkung gab man ihr Dinge zur Kinderpflege mit ins Grab oder der Geistliche bannte sie in öffentlichem Zeremoniell.
Womöglich rühren diese Vorstellungen daher, daß eine Geburt für Mutter und Kind eine gefährliche Phase ist, in der sie bei mangelnder Fürsorge durch kundige Hebammen (heute meist Mediziner) häufig ihr Leben ließen.
Ein Aberglaube warnt davor, daß eine Frau während der ersten sechs Wochen nach der Niederkunft in kein fremdes Haus gehen dürfe, um kein Unglück zu bringen. Das kann nur vermieden werden, wenn sie an zuvor an einem fremden Ort etwas kaufe. Sie dürfe während dieser Zeit auch nicht aus einer Quelle schöpfen, da diese sonst für sieben Jahre versiegen würde (GRIMM, 1992, III., 464, Nr. 844 u. 845).