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| Zauberei | |
(auch magisches Reis) Eine Wünschelrute ist ein Werkzeug, mit dem man verschiedene Stoffe in der Erde aufspüren kann, also Gold, Silber, Erze, Kohlen, Wasser, Salze, Öle und anderes mehr. Die Tatsache steht fest — zu viele Beweise sprechen dafür. Über das Warum und Weil freilich haben sich die Gelehrten noch nicht geeinigt. (BAUER, Sechstes und siebentes Buch Mosis, 1996, 214)
Die Wünschelrute ist in aller Regel ein gegabelter hölzerner Zweig, manchmal auch ein Gerät aus Metall, mit dem sich in der Erde verborgenes auffinden läßt. Die Kunst des Rutengängers, mit Hilfe der Wünschelrute seherisch (mantisch) tätig zu sein bezeichnet man als Rhabdomantie, wenn es um die Erspürung der bislang ungeklärten Erdstrahlen geht spricht man von Radiästhetik.
Die Wünschelrute ist sowohl aus germanischer wie griechischer Überlieferung bekannt. Auch aus dem alten China gibt es Abbildungen von Rutengängern.
Ähnlich sind die Stäbe von Merkur/Hermes und Zauberern und Propheten, zum Beispiel der Stab des Mose.
Im Buch Exodus heißt es, Mose solle mit seinem Stab einen Fels am Horeb schlagen. Er tat so und Wasser lief aus dem Fels (2. Mose 17, 5-6). Nach dem Magisch-Sympathetischen Hausschatz ist dieses eine der ersten Erwähnungen einer Wünschelrute (BAUER, 1996, 214).
Die hölzerne Wünschelrute wird meist vom Hasel, auch von Kreuzdorn, Weide und beliebigen anderen Strauch, geschnitten und kann dann zur Schatzsuche verwendet werden, stärkt dabei auch Gehalt und Kraft:
der wunsch lac dar under, von golde ein rüetelin,
der daz het erkunnet, der möhte meister sîn
wol in al der werlte über islîchen man.
Nibelungenlied, zit. nach GRIMM, 1992, 814
Eine solche wunsciligerta vermag nach germanischer Anschauung seinem Besitzer dank des von Woutan gegebenen Heils alles irdische Heil zu schenken (GRIMM, 1992, 814).
Die richtige Handhabung der Wünschelrute, von der es neben der Haselgerte verschiedene Ausführungen aus Hölzern und Metall gibt, ist eine Sache von Veranlagung und erlernbarem Handwerk. Der kundige Rutengänger kann mit ihrer Hilfe nicht allein verborgene Schätze aufspüren. Sie soll sich auch zum Auffinden von Grundwasser oder zur Überführung von Verbrechern sowie zur mantischen Zukunftserforschung (Rhabdomantie) eignen.
In seinem Brief Ad Atticum (L 44) erwähnt Marcus Tullius Cicero (106 bis 43) die Wünschelrute als virgula divina (SCHRÖDTER, 36)
Das ,Nibelungenlied’ (X, 1064) kündet von der ,wünschelruote’, der ,wünschelgerte’ im 12. Jahrhundert. (SCHRÖDTER, 36)