| Zahlenwelt | ||
Römisch XIII. Im Aberglauben oft eine Unglückszahl. Wenn Zwölf die Vollzahl ist, dann ist Dreizehn eins zu viel (BETZ, 155).
Verschiedene Erwähnungen der Dreizehn:
Der dreizehnten Generation der Nachkommen der Io sollte nach Voraussage des Prometheus jener entstammen, der ihn von der Qual des ihn täglich heimsuchenden Adlers erlösen sollte (näml. der Herakles; AISCHYLOS, Der gefesselte Prometheus).
Das Lied Grimnismal der Edda zählt dreizehn Walküren.
Im GRIMM’SCHEN Märchen vom Dornröschen muß die Königstochter hundert Jahre schlafen, weil das Elternpaar nur zwölf goldene Teller hat und darum die dreizehnte der weisen Frauen nicht zur Geburtsfeier einlädt (Kinder- und Hausmärchen, Nr. 50).
Der Philosoph Maimonides (12. Jh.) formulierte 13 Glaubenssätze.
Jesus und seine Jünger waren insgesamt 13, von denen einer, Judas, den Heiland verriet.
Das Sonnenjahr beinhaltet dreizehn Mondmonate. Kulte, die dem Mond besondere Verehrung erweisen, sehen darum die Dreizehn keineswegs als Unglückszahl an.
Beispielsweise treffen sich (bis zu) dreizehn Hexen zum Hexensabbat, die Dreizehn ist die volle Zahl des Hexenzirkels (STARHAWK, 18).
Der Aberglaube, Freitag den 13. für einen Unglückstag zu halten, soll von der Verbindung des Freitags, dem Tag von Jesu Kreuzigung mit der 13 kommen.
An einem Freitag den 13., am 13. Oktober 1307, wurde in Frankreich der Templerorden ausgelösacht. Dieses Ereignis begründete nach mancher Ansicht den Aberglauben zum Freitag den 13.
Das 13. Jahrhundert verlief nicht nur für die Templer unglücklich. In Chile soll damals ein Wikingerreich zerstört worden sein, in Europa wurden die Katharer vernichtet (gefunden bei Serrano (1978)).
Am Freitag, dem 13. Radschab (29. 7. 599) wurde Ali ibn Abu Talib, der Vetter des Propheten Mohammed, geboren — es heißt, seine Mutter sei mit ihm in der Kaaba zu Mekka niedergekommen, was menschheitsweit einzigartig ist.
Die auf den vollen Zwölf-Zyklus folgende Dreizehn versinnbildlicht den Tod nach den Arbeiten des Lebens. Der auf den Tod fallende jüdische Glaubensartikel ist der dreizehnte. Infolge der Gliederung der Familie Josephs in zwei Stämme waren am ersten Osterfest Israels dreizehn Gäste; d. h. dreizehn Stämme zur Verteilung Kanaans. Benjamins, also des Jüngsten Stamm wurde ausgelöscht, daher die Überlieferung vom baldigen Tod des Jüngsten, wenn dreizehn am Tische sitzen. (LÉVI, 168)
von dreizehn am tisch essenden muß einer sterben. GRIMM, A. 553
Beim Eintritt in ein Dienstbotenverhältnis wird nach deutschem Aberglauben allgemein die 13. Woche des Jahres vermieden. (BÄCHTOLD-STÄUBLI, 2,265)
Im Tarot ist der dreizehnte der Trümpfe die Karte Tod.
Diese Karte steht für einen Umbruch, Transformation, wovor sich die Menschen naturgemäß fürchten (JACOBS, 58).
Der Adler im Großen Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) hält im linken Fang dreizehn Pfeile. Dreizehn Streifen zieren seinen Schild, dreizehn Sterne bzw. Pentagramme funkeln über seinen Kopf. Auf der rückseite findet sich eine stumpfe Pyramide mit dreizehn Stufen. Dieses alles soll die dreizehn Staaten symbolisieren, die 1776 die USA begründeten und sich vom britischen Mutterland lossagten.
Verbreiteten Theorien zufolge deutet diese Dreizehn hingegen auf die dreizehn Hochgrade eines geheimen Ordens hin. Diese Illuminaten (Erleuchtete) sollen in Wahrheit die Geschicke der Welt steuern.
Gleich dreizehn Abteilungsleiter trugen beim Saturn-Apollo-Programm der US-Amerikaner die Verantwortung und expedierten schließlich eine Expedition zum Mond (zumindest laut offizieller Darstellung...). Jeder dieser dreizehn Abteilungsleiter wirkte zuvor an der deutschen Heeresversuchsanstalt Peenemünde.
Es soll dreizehn Kristallschädel geben, Artefakte aus Mesoamerika, denen nach indianischen Legenden höchste sprituelle Eigenschaften innewohnen sollen und die außerirdische Existenzen zur Erde gebracht hätten.
Ausgerechnet die APOLLO 13-Mission der us-amerikanischen Raumfahrtagentur NASA entkam nur knapp einer Katastrophe. Sie war um am 11. April 1970 um 1.13 pm gestartet und sollte 13. April das Fra-Mauro-Gebiet auf dem Mond erreichen.