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   Zahlenwelt
 

Vier - 4 - IV

Erst wenn sich zu den dreien der vierte Punkt gesellt, ist dem Ding Dimension gegeben, die dreidimensionale Welt entsteht, die Materie kann sich verfestigen.

Vier Ecken hat das Quadrat, ein Symbol des greifbaren, irdischen. Es gibt vier Elemente, vier Jahreszeiten, vier Himmelsrichtungen.

Die Vierzahl gibt Form und Ordnung (vgl. Formalitäten) .
Addiert man die ersten vier Zahlen, so erhält man als Ergebnis die erste Vollzahl Zehn (1+2+3+4=10). Etliche übermenschliche Kollegien bestehen aus (3 x 4) Zwölf Mitgliedern (vgl. 12 Stunden, 12 Zeichen im Tierkreis, 12 Olympier, 12 Apostel). Die Quersumme der Zwölf weist auf die Drei, Vorgängerin der Vier in der Zahlenreihe. Beide Zahlen addiert (3 + 4) ergeben die vielfach als Glückszahl angesehene Sieben.

Das Symbol des Kreuzes teilt die Einheit des Kreises in vier Viertel. Dem biblischen Paradies entspringen vier Flüsse, wodurch es in vier Bereiche geteilt ist (Pison, Gihon, Hiddekel und Euphrat (1. Mose 11-14), wie es auch in der Unterwelt vier Flüsse geben soll). Dieser Grundriß findet sich auch in antiker Stadtanlage, in der zwei Hauptachsen die Stadt in vier Quartiere teilen. Der Begriff Quartier ist als „Stadtviertel” noch heute üblich.

Stichwörter zur Vier sind beispielsweise „geordnet”, „nützlich”, „solide”, aber auch „gleichgültig”, „langsam”, „langweilig” (JACOBS, 39).

Sammlung:

Vier Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Luft

Im zyklischen Weltbild gibt es das Jugendalter, das Erwachsensein und das Greisenalter, dem sich bis zur Wiedergeburt die Phase des Todes anschließt.

Vier Himmelsrichtungen Osten, Süden, Westen, Norden, vier Winde und vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Jeder dieser vier Himmelsrichtungen ist einer der Erzengel zugeordnet, Michael im Osten, Uriel im Süden, Raphael im Westen und Gabriel im Norden.

Vier Gesichter haben in der Vision des Ezechiel die Cherubim, Mensch, Löwe, Stier, Adler (Ezechiel 1). Die Symbolik ist auf die vier Evangelisten übertragen, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes.

Tetragammaton
Vier (tetra griech. „Vier”) Buchstaben werden anstelle des Gottesnamens Jahwe verwendet, der aus Ehrfurcht unausgesprochen bleibt, das Tetragammaton Jod, He, Waw, He (die hebr. Schrift verzichtet auf Vokale).

In chinesischen Hochhäusern fehlt häufig der vierte Stock (bzw. er wird bei der Zählung übergangen, ähnlich der 13. Etage in Europa und Nordamerika). Denn im Chinesischen bezeichnet das Wort shi sowohl „Vier” als auch „Tod”, ist mithin Unglückszahl.

Die jüdische Kabbala kennt vier Welten, Aziluth, Briah, Jezirah und Assjah.

Vier charakterliche Temperamente wurden beschrieben, Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker.

„Auch die ganze Mathematik beruht auf vier Grundbestimmungen: dem Punkt, der Linie, der Fläche, der Tiefe ...
Deshalb schwuren die Pythagoräer [Anhänger des Pythagoras] bei der Vierzahl ... man nannte dies den ,Pythagoräischen Eid’.” (Agrippa von NETTESHEIM, Kap. VII, zit. n. SCHRÖDTER, 68f.)