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70 und 72

(röm. LXX, LXXII) Verschiedene Vorkommen von 70 und 72:

70 Jahre gelten als dem Menschen zugemessene Lebensspanne (Psalm 90,10).

Etliche Kollegien umfassten siebzig Mitglieder, z. B. der Rat des Mose (4. Mose 11,16).
Siebzig Mitglieder des Synedriums saßen über Jesus zu Gericht, zuvor entsandte Jesus siebzig Jünger (Lukas 10,1; BETZ, 201 u. 202)

70 bzw. 72 Übersetzer, darunter zwei Frauen, übertrugen im Auftrag von Ptolomaios Philadelphos II. die hebräische Bibel ins Griechische (Septuaginta), die Übersetzung heißt (nach der 70) auch kurz LXX.

72 Namen von Engeln lassen sich aus dem Schem ha-Meforasch ableiten (BIEDERMANN, 149.

Durch die Zerstreuung der Sprachen beim Turmbau zu Babel (1. Mose 11,5f.) soll die Menschheit mittelalterlichen Legenden zufolge in 72 Zungen zerfallen sein, die in 72 Ländern gesprochen wurden („Und es waren auf Erden zweiundsiebenzig Sprachen und zweiundsiebenzig Stammhäupter; und jeder Sprachstamm machte sich ein Haupt zum König.”, „Schatzhöhle” m'arrat gazzê, aus der Schule Ephraims des Syrers). Dabei bezog man sich vermutlich auf die in der Völkertafel (1. Mose 10; 1. Chronik 1) erwähnten Namen sowie auf den Umstand, daß Jesus 70 Jünger berief, die er in je ein Land gesandt habe (vgl. Lukas 10,1; BETZ, 202).

Zusammen mit seinen zweiundsiebzig Getreuen erlitt Hussain ibn Ali am Tag von Aschura zu Kerbela das Martyrium.