| Zahlenwelt | ||
Widrige Wesen sollen unter bestimmten Umständen zum Zählen verurteilt sein und dadurch in ihrem bösen Vorhaben gehemmt sein. Vielfach wird in Sage und Aberglauben erzählt, durch das Ausstreuen von Linsen, Mohnsamen oder Erbsen ließen sich derart Hexen oder Alben abwehren. Auch Geister wurden — laut Sage — so gebannt (vgl. Pastor Block).
Umgekehrt wird gemahnt, man möge sich hüten, daß Hexen nicht bestimmte Gegenstände zählen könnten, da sie sonst Macht zur Behexung über sie hätten.
In Osterode am Harz hieß es: kommt die hexe zum buttern und kann die bänder am butterfaß zählen, so geräth die butter nicht. (GRIMM, A. 759)
Wer die Warzen Anderer neugierig zählt, bekommt sie auf seine Hände, mahnte man im preußischen Friedland. (FRISCHBIER, 95) Ähnliches machte man sich im Samland zunutze. Dort riet man: Knüpft man soviel Knoten in einen Faden als man Warzen hatund läßt die Knoten von einem Anderen zählen, so bekommt dieser die Warzen. (FRISCHBIER, 95)