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| Zauberei | |
Ein beliebter Brauch ist das Bleigießen in geselliger Runde am Silvesterabend (31. Dezember), bei welcher man etwas Blei verflüssigt und in Wasser gießt, sodann aus der Form des erstarrten Bleis die Zukunft zu befragen sucht. Auch Weihnachten ist ein oft genannter Termin.
Nach GRIMM scheint das weitverbreitete Bleigießen griechischer Herkunft zu sein. (Dt. Myth., II., 937)
Magiesystematisch gehört das Bleigießen zur Mantik (Weissagung), wobei es sich um eine Divinationstechnik handelt, welche ohne Anrufung von Dämonen auskommt (DAXELMÜLLER, 125).
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: gießt eine ledige in der christnacht heiß blei in kaltes wasser, so bildet sich das handwerksgeräth ihres künftigen bräutigams. (GRIMM, A. 97)
Bei Gernsbach im Speierschen hieß es (anno 1787): welches mädchen in der Andreasnacht blei im löffel schmilzt, und es durch einen schlüssel, in dessen bart ein kreuz, in wasser gießt, das nachts zwischen XI und XII geholt worden ist, so bildet sich das handwerkszeug ihres künftigen bräutigams. (GRIMM, III, S. 454, A. 579)