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 Zauberei
 
 

Hinter-sich-werfen

Diese Geste bedeutet Voranschreiten, einen Lebensabschnitt hinter sich lassen, vergessen und (absichtlich) verlieren.

In sympathetischer Weise wird die dieser Idee zugrundeliegende Idee genutzt, um beispielsweise eine Krankheit oder sonstiges Unbill loszuwerden.

So wird etwa gegen Sommersprossen empfohlen, die Haut mit einer Schnecke zu bestreichen und diese anschließend hinter sich zu werfen (ATKINSON-SCARTER, 231). Die Sommersprossen werden damit gewissermaßen verloren.

Einen ähnlichen Gedanken hatte man wohl, wenn man im Ansbachischen riet: „sommersprossen zu vertreiben, nehme man die ersten jungen gänse unbeschrien, streiche sie über das gesicht und lasse sie hinterwärts laufen.” (GRIMM, A. 719)

Mancher schreibt auch seine Sorgen und Nöte auf einen Zettel, in den er einen Stein wickelt und dieses Päckchen dann über die Schulter hinter sich wirft. Bevorzugt steht er dabei mit dem Rücken zu einem Fluß, damit das fließende Wasser die Beschwernisse mit sich trägt (fließendem Wasser wird eine reinigende Wirkung zuerkannt).

Ein Beispiel aus dem antiken Mythos ist die Unheil abwehrende (apotropäische Geste) des Kronos, wenn der das von ihm mit der Sichel abgetrennte Glied seines Vaters Uranos hinter sich ins Meer wirft. (HESIOD, Theogonie, 182 u. A., 91)

 

In einer anderen Weise wirkte das Hinter-sich-werfen nach anderen Mythen. So warfen nach griechischer Überlieferung Deukalion und Pyrrha Steine hinter sich und zeugten so neue Menschen, nachdem Zeus die vorherigen in einer Sintflut ertränkt hatte.

Diese Geste kann als Erneuerung aufgefaßt werden. (vgl. BACON, 52)

Das Blutvergießen hinter sich lassen zu wollen wird symbolisch dadurch ausgedrückt, daß man eine Prise Salz über die Schulter wirft. Auch einen Fluch sucht man derart abzuwehren.

Um Mitternacht sollte man einen Heringskopf berühren und dann über seinen Kopf werfen. Das helfe gegen Warzen. (Praktika des täglichen Lebens, 313)

Vergleichbar dem Hinter-sich-werfen ist das Eingraben.