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 Magie, Zauberei
 
 

Abwehrzauber

Ein Zauber, der einen feindlichen magischen Angriff abwehren soll.

Dabei finden vielfach Symbole, Spruchformeln oder Gesten Verwendung, die unliebsame Kräfte ableiten oder zurückspiegeln sollen. Solche Gesten können ausgestreckte Finger sein, gängige Abwehrzeichen sind Pentagramm, Andreaskreuz oder salomonischer Knoten (MALA, 47f. u. 93).
Ähnlich wirken abschreckende Masken, etwa Gorgonenhäupter an altgriechischen Tempeln.

Das „Arabische Kindheitsevangelium”, eine Kindheitsgeschichte Jesu aus arabischer Quelle, erzählt von einer Person, die von einer bösen Zauberin in ein Maultier verwandelt worden war. Verzweifelt wandte sich die Familie des Unglücklichen an Maria, die das Jesuskind auf das Maultier setzte und mit diesem Abwehrzauber die Verwandlung rückgängig machte (HABIGER-TUCZAY, 41).

Eine Form des Abwehrzaubers ist - wenn auch nicht als Zauber benannt - die vom Priester durchgeführte Austreibung eines Dämonen beim Exorzismus.
Dabei ist zur Abwehr des Dämonen die Kenntnis seines Namens wesentlich, er muß durch Beschwörung zu dieser Preisgabe gezwungen werden.

Als Abwehrzaubermittel gegen Unwetter stand im Mittelalter Erde vom Grab Christi in höchstem Ansehen.

Gegen magisch induzierten Sexualtrieb kann einem Rezept Hildegard von Bingens zufolge mit einer Zubereitung der Alraun-Wurzel ein wirksamer Abwehrzauber gewirkt werden (HABIGER-TUCZAY, 217).

Apoträische Riten, also Zauber zur Abwehr böser Dämonen, kennt auch die Bibel. So soll im Ritus des Passa der Nomaden die Lebenskraft des Blutes, das am Eingang der Behausung angebracht wird, bösen Dämonen den Eingang verwehren (2. Mose 12,23). Ysop und Zedernholz verstärken jeweils die Abwehrkraft. (Reclams Bibellexikon, 44)

Mittel des Abwehrzaubers sollen besonders wirkungsstark sein, wenn sie in einen Ameisenhaufen gelegt werden, es muß allerdings einmal die Sonne über den Haufen gegangen sein (MALA).