Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
  Zauberei
 
 

Bildzauber

(lat. invultuatio; Idolatrie) Damit sind Verfahren gemeint, bei denen ein Abbild einer Person oder eines übersinnlichen Wesens hergestellt wird um im wohltägigen oder schadenden Sinn zu wirken. Sehr bekannt sind die Wachspuppen der Voodoo-Magie, doch sind solche Verfahren nicht auf afrikanische Riten beschränkt sondern haben wohl auf allen besiedelten Kontinenten Tradition. Der Puppenzauber ist wegen der nötigen Herstellung der Puppe recht aufwendig, für einen einfachen Bildzauber genügt auch das Abbild (z. B. eine Photographie) des zu Bezaubernden.

Der große Esoterikshop im Internet

Die Idee des Bildzaubers ist die Vorstellung, daß alles, was dem Abbild geschieht, in Analogie bzw. Sympathie auch dem Abgebildeten widerfährt.

Ein Beispiel für einen Blut- und Bildzauber liefert der „Magisch-Sympathetische Hausschatz”. Eines berichtet von einem schadbringenden Verfahren, bei dem mit menschlichen Blut ein Kopf an die Wand gemalt wird, in den man eine Nadel sticht. Der mit der gemalten Figur gemeinte Mitmensch soll solange Kopfschmerzen leiden müssen, wie die Nadel nicht entfernt wird (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 111).

Oder der Zauberer beschriftet einen Zettel mit Verwünschungen und wickelt darin ein Bild des zu Bezaubernden ein. Anschließend legt er dieses in seinen Schuh und unternimmt damit eine lange Wanderung, dabei ständig an die Erfüllung seines boshaften Wunsches denkend. (ATKINSON-SCARTER, 88f.)

Auch mittelalterlichen häretischen Glaubensströmungen traute man derlei Schadenszauber zu. Die Waldenser sollen versucht haben, mit Hilfe von Wachsbildern ihren Feinden zu schaden. (HABIGER-TUCZAY, 247)

Im elften Jahrhundert beschuldigte man Juden, den Trierer Weihbischof Eberhard mit Hilfe einer Wachspuppe umgebracht zu haben, welche ein bestochener Priester getauft hätte und das am Sabbat verbrannt worden sei. Am selben Tag noch erkrankte Eberhard und starb. (DAXELMÜLLER, 109f.)

1581 erließ das englische Parlament ein Gesetz, demnach es ein schweres Verbrechen war, Zauberfiguren als Abbilder herzustellen. (KUPER in: KIESWETTER, 22) Das geschah nicht völlig grundlos, denn 1555 hatte man einen gegen Königin Maria I. gerichteten Bildzauber entdeckt, einige Jahre später eine durchbohrte Wachsfigur, welche ihre Nachfolgerin Elisabeth I. darstellte.