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| Zauberei | |
Früher, als besonders auf dem Lande weit mehr alltägliche Produkte in Eigenherstellung verfertigt wurden, war die Verarbeitung der Milch zu Butter eine der häufigen und besonders wichtigen Tätigkeiten. Wohl weil es bei diesem natürlichen Prozeß gelegentlich zu einem Mißlingen kam, wähnte man schädlichen magischen Einfluß am Werk, den Butterzauber.
Mancher meinte, durch solchen Schadenszauber habe sich eine Hexen an ihren Widersachern rächen wollen.
Schon bloßes Zählen soll beim Buttermachen auf gefährlichen Zauber hindeuten können.
In der Chemnitzer Rockenphilosophie steht: kommt einer ungefähr zu einem butter rührenden weib, und zählt die reife am butterfass von unten aufwärts und wieder von oben herab, so kann die butter nicht zu wege gebracht werden. (GRIMM, A. 286) Ganz ähnlich hieß es in Osterode am Harz: kommt die hexe zum buttern und kann die bänder am butterfaß zählen, so geräth die butter nicht. (ebd., A. 759) Man soll dann, riet man im Saalfeldischen, einen Feuerstahl oder ein Messer unter das Faß legen. (GRIMM, A. 529)
Ein Zweig vom Bergrüster soll, neben das Butterfaß gelegt, die Hexen am Butterzauber hindern. Ist es dafür zu spät, helfen nach mancher Ansicht silberne Münzen oder drei Haare einer schwarzen Katze, die man in die Milch fallen läßt.