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| Zauberei | |
Für eine große Zahl Leser ist Magie die Wissenschaft vom Teufel; ohne Zweifel, denn die Wissenschaft vom Licht ist jene vom Schatten. (LÉVI, 15)
Der Begriff Magie stammt aus dem Altpersischen, laut Xenophon (426 v. bis 355 v.) waren die Magi ein Stamm bei den Medern, die besondere priesterliche Funktionen ausübten. Beim Römer Cicero (106 v. bis 43 v.) werden diese sacerdos (Priester) genannt. Daher rührt der Begriff Magus für diejenige Person, welche Zauberei übt.
Der Magier hatte seine Kunst in antiker Vorstellung von der Gottheit, die bei seinen Handlungen in ihn fährt. Damit das geschehen kann, sind allerlei Vorbereitungen notwendig, insbesondere körperleiche Enthaltsamkeiten, worin der Magier dem Mysten gleich ist, der zur Initiation in einen Mysterienkult zugelassn werden möchte.
Ist alles bereitet und die Gottheit herbeigerufen, wozu sie auch durch Drohungen gezwungen werden mußte, standen dem Magier alle Möglichkeiten offen, die auch die Gottheit selbst zu bewirken mochte, irgendwelche naturgesetzliche Begrenzungen sind gegenstandslos.
Wie die Religion setzt die Magie einen von den modernen europäischen Naturwissenschaften (vielleicht noch) nicht erfaßten Bereich vorauSofern Religion den Menschen in seiner Abhängigkeit von der Gottheit begreift, steht der Magier höheren Mächten erheblich freier und selbstherrlicher gegenüber. So ist der magisch tätige Mensch nicht allein auf göttliche Hilfe angewiesen, er vermag sich Kräfte nutzbar zu machen, die Gegenständen selbst innewohnen. Andere sehen die Trennung der Religion von der Magie eine europäische Interpretation, allenfalls könne bei Beter und Zauberer ein unterschiedlicher Grad an Demut und Keckheit ausgemacht werden, der Quell sei der gleiche. (BIEDERMANN, 278f.)
Der Autor Frater V. D. nennt eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten, die sich mit der Magie beschäftigt haben bzw. die als Magier gelten. Aus älterer Zeit sind das Moses, Salomo, Milarepa, auch Jesus Cristus, Jüngere sind Raimundus Lullus, Jaques de Molay, Agrippa von Nettesheim, Theophrastus Bombastus Paracelsus, Doktor Faustus, Athanasius Kircher, Cagliostro, der Comte de Saint Germain, Robert Fludd (Robertus de Fluctibus), Dr. John Dee, Edward Kelley, Frances Barrett, Alan Benett, Eliphas Lévi, Papus, Stanislas de Guaita, Sâr Merodack, Joséphin Péladin, Samuel Lidell Mc Gregor Mathers, Arthur Waite, Karl Kellner, Theodor Reuss, Aleister Crowley, Austin Osmin Spare, Ludwig Staudenmaier, Musallam, Rah-Omir Quintscher, Herbert Fritsche, Franz Bardon, Gragor A. Gregorius (Schule der Hohen Magie, 14). Ein polnischer Zeitgenosse des Doktor Faustus ist der in Krakau wirkende Meister Twardowski.
Der Magier eröffnet im Tarot die Reihe der Trümpfe.
Siehe auch Zauberei und Schwarze und Weiße Magie.