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| Magie, Zauberei | |
Der Begriff Maleficium meint alle Praktiken der Zauberei, die zum Zwecke der Schadensstiftung eingesetzt werden, Beneficium bezeichnet alle wohltätigen Praktiken.
Johannes Nider legte 1435 eine Kategorisierung der Malificia nach dem verbreitetem Siebenersystem dar. Schaden kann demnach durch Erweckung von Liebe, schüren von Haß, Unterbindung der Manneskraft, Beibringung von Krankheiten, Schädigung des Viehs, Vernichtung von Eigentum oder durch Herbeiführung des Todes schaden (nach PICKERING, 206).
Die hierbei verwendeten Techniken sind mannigfaltig. Aus dem Bereich der Wortmagie sind der Fluch, das Verrufen oder das Totsingen einige Beispiele, erwähnt wird auch Handauflegen, begraben von Gegenständen (Hexenflasche, Schädel) oder Beschütten mit Pulver.
Um bei Hexenprozessen die Gunst des Volkes zu erringen wurden von der kirchlichen Inquisition vor allem die angeblich bewirkten Maleficia als Anklagepunkte beigebracht, weniger die eigentlich gegen kirchliche Macht gerichtete und theologisch bedeutsame Anrufung von Dämonen in Ablehnung des Christentum.
Auch im Römischen Reich war das Maleficium, der das Veneficium (Giftmischerei) gleichgestellt wurde, als sozialschädlicher Schadenszauber verboten, darunter Wetter- und Erntezauber oder Anwendung von Fluchtafeln. Die Furcht der Herrschenden vor den unerklärlichen Mächten zeigt sich im besonderen Verbot, Prognosen über den Kaiser zu erstellen. Übliche Strafe war Kreuzigung oder Zerreißen durch wilde Tiere, seit Diokletian die Verbrennung (HABIGER-TUCZAY, 30f.).
Schon das römische Zwölftafelrecht (5. Jh. v. Chr.) kannte die Magie als Straftatbestand. Zu bestrafen war der Schadenszauber, etwa wenn einer durch Beschwörung oder Verhexung einem Menschen oder der Feldfrucht Unbill zutrug. (DAXELMÜLLER, 78, 106)
Von weltlichen und möglichen jenseitigen Strafen ganz abgesehen ist der Schadenszauber auch für den Magier selbst nicht ungefährlich.
Der griechische Philosoph Plotin soll in dem Olympios, wie er selbst ein Schüler des Ammonios, einen Gegner gehabt haben, welcher ihm mit Hilfe magischer Übungen Schaden zufügen wollte. Olympios merkte aber bald, daß alles auf ihn zurückfiel, wodurch er in Plotin den Stärkeren erkannte und seine Verfolgung einstellte. (LÉVI, 174)