| < zurück | |
| Zauberei | |
(gr. mantis, Seher, von Gott begeisterter, lat. divinatio)
Die Kunst, Kommendes vorherzusagen (Prognose, Vorher-Erkenntnis).
Krommyomantie bzw. Crommyomancie: Weissagung durch Zwiebeln.
Als die vier elementarischen Wahrsagekünste bezeichnete Agrippa von Nettesheim die Geomantie, die Hydromantie, die Aeromantie und die Pyromantie, das Wahrsagen aus den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. Hierzu rechnete der Renaissance-Gelehrte auch das Gießen von geschmolzenen Blei oder Wachs in Wasser, wobei aus der sich durch Abkühlung gebildeten Form das erhoffte Wissen gewinnen lasse (De Occulta Philosophia, Kap. LVIII; Neudruck p. 274, zit. n. SCHRÖDTER, 72).
Außerdem sind zu nennen: Haruspicium, Nekromantie (Totenbefragung), Oneiromantie (Deutung von Träumen), Teratoskopie (Schau von Prodigien, Deutung auffallender Ereignisse) usw.
(gesammelt vornehmlich nach Biedermann, Lexikon der magischen Künste, bes. 291 u. WEHR, Lexikon des Aberglaubens)
Alle Arten von Wahrsagerei und Zeichendeutung sind jenen verboten, die sich nach der Bibel richten. Als Strafe ist die Steinigung vorgesehen (3. Mose 27).
Vergleiche auch die etymologische Verwandschaft der Mantik zum Gebet, wie es zum Beispiel zoologische Namen nahelegen. Die Fangschrecke Mantis religiosa wird wegen der Haltung ihrer Vordergliedmaßen gemeinhin als Gottesanbeterin bezeichnet (HENSCHEL u. WAGNER, 328). Im Gebet sucht der Gläubige dem Numinosen zu begegnen wie der Zauberer dieses durch mantische Praxis unternimmt.
Die Wurzel von mantis soll mainomai sein, was erregt sein bedeutet. In der griechischen Mythologie bezeichnet mantis jeden institutionalisierten Seher (etwa den am Orakel tätigen) oder sonstig göttlich inspirierten (F. W. Bonin, Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete, 1978, 320 f., zit. n. BIEDERMANN, Lexikon der magischen Künste, 293).