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  Zauberei
 
 

SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS

In ein Feld von 5 x 5 Kästen sind diese Worte eingeschrieben, dabei sind die Worte horizontal und vertikal lesbar und bilden so das bekannteste aller magischen Buchstabenquadrate:

S A T O R
A R E P O
T E N E T
O P E R A
R O T A S

Ungeklärt blieb, ob es sich um eine bloße geistreiche Spielerei handelt oder ob dem Buchstabenfeld ein tieferer Sinn innewohnt.

Wörtlich übersetzt sollen die Worte „Der Sämann Arepo hält mit Mühen die Räder” bedeuten oder „Der Sämann hält den Pflug, der Arbeiter die Räder”. Beides sind keine eigentlich magischen Formeln, die Satorformel soll darum auf einen Einweihungsritus deuten und ein Initiationszeichen sein (MALA, 85).

Andere Deutungen sehen zur Entschlüsselung die Notwendigkeit einer anagrammatischen Umstellung der Buchstaben vor:

PETRO ET REO PATET ROSA SARONA

Das bedeute dann: „dem Petrus, obwohl er der Schuldige ist, steht die saronische Rose offen”.

Diese saronische Rose spielt auf ein blumenreiches Tal zwischen Lydda und Joppe an, im Hohelied Salomonis (2,1-2) ist mit der Rose von Saron die Braut gemeint.

Zur möglichen Deutung werden auch die Zahlwerte herangezogen. Dann sollen die Vokale zusammen den Zahlwert 354 (wenn E = hebr. He = 5), die Konsonanten den Zahlwert 2730 haben. 354 Tage hat das Mondjahr, 2730 Tage haben 7½ Sonnenjahre.

Eine andere Idee stellt das Mittel-N in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dieser Buchstabe symbolisiere nahas, was Schlange oder Fisch bedeuten könnte. Herum ließe sich „das Geheimnis des Wendepunktes ist die Schlange” lesen, dem Mittel-N käme damit ein messianischer Sinn zu.

Dagegen wird in der Aussage SATOR OPERA TENET eine Grundaussage der Stoiker gesehen. Der Kosmos oder Schöpfergott erhalte und binde damit alle seine Werke. Darum soll im TENET der Satorformel der stärkste Analogiezauber beschlossen sein, der auch durch Rückwärtslesen nicht aufzuheben ist. Die Idee einer alles zusammenhaltenden, bindenden Kraft soll im Jahrhundert vor der Zeitenwende geistiges Allgemeingut gewesen sein.

Auffällig sind jeweils die vier Buchstaben in den Ecken des QuadrateDiese bedeuten „halten” (RASA) und „lösen” (PORO). Binden - halten - lösen weist nicht allein auf einen Bindezauber, sondern auch auf den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, wie es im Weltenrad symbolisiert ist (MALA, 85).

Bekannt ist das Sator Arepo wenigstens seit 79 n., wie ein Fund in Pompeji belegt. Es soll aber nach älterer Vorlage gefertigt sein.

Quelle soweit nicht anders vermerkt: BIEDERMANN, Lexikon der magischen Künste, 385

Eine Variante der Sator-Formel ordnet die Buchstaben in Kreuzform an. Die Balken des Kreuzes ergeben jeweils A PATERNOSTER O, wobei der Mittelteil das Vater-Unser-Gebet meint und A und O für Anfangs- und Endbuchstaben des griechischen Alphabets (Alpha und Omega) stehen, womit Anfang und Ende symbolisiert sind:

      A      
      P      
      A      
      T      
      E      
      R      
APATERNOSTERO
      O      
      S      
      T      
      E      
      R      
      O      

(Quelle: Leserzuschrift)

 

Praktische Anwendung der Formel

Die als magisches Quadrat notierte Sator-Formel soll, dem Vieh eingegeben, vor Hexerei und Teufelswerk schützen („Romanus-Büchlein”, in: Das 6. und 7. Buch Mose, 182).

Ebenso soll die auf beide Seiten eines Zinntellers geschriebene Formel ein Feuer auslöschen, indem man den Teller hineinwirft. (ebd., 178).