| < zurück | |
| Zauberei | |
Eine Wohltat gutmeinender übernatürlicher Mächte und der Gegenbegriff zum Fluch. Einen Segen zu sprechen bedeutet Begabung mit lebensfördernder Kraft.
Im Christentum kommt der Segen allein von Gott, der segnende Mensch ist nur ein Mittler. Der protestantische Gottesdienst beispielsweise schließt mit dem Segen, den der Pastor über die Gemeinde spricht.
Eine Segnung ist auch der freundliche Gruß. Wenn man einem Mitmenschen Guten Morgen, Viel Glück oder Gute Besserung wünscht, teilt man dem so gegrüßten von eigenem Heil mit.
Wie der Segen Unheil abwehrt, diente auch der Gruß ursprünglich der Begegnung möglicher Gefahren beim Zusammentreffen zweier Menschen. An der Erwidererung des Grußes läßt sich die freundliche oder feindliche Gesinnung des Gegenübers erkennen. Im übernatürlichem Sinne ist der Gruß Gegenzauber gegen mögliche vom Fremden ausgehende Unbill.
Die Wohltat des Segens wie des Gebets wird zu bestärken oder zu bewahren gesucht, in dem der Spruch auf einen Zettel geschrieben und stets bei sich getragen wird. Damit die segensreiche Kraft erhalten bleibt, sollte der Segenzettel jeden Sonntag aufs neue mit Tinte auf reines Papier notiert. (MALA, 103).
Beliebte Segenzettel sind neben Wetter- und Gesundheitssegen der Tobias-Segen, der spukende Gespenster abwehren soll. Wenngleich der Segenzettel dem Brevier des Geistlichen ähnelt, galt sein Gebrauch im Hexenprozeß doch als ein Indicia magiae, Hinweis auf Ausübung der Zauberei, indem unterstellt wurde, der Teufel habe zu solchem Gebrauche verführt (nach BIEDERMANN, 391).
Eine Art Segenszettel sind Walnußblätter, auf die gemäß Magisch-sympathetischen Hausschatz. bei Fieber die Worte Gott sei mir gnädig. Gott helfe mir. zu geschrieben werden. Die Blätter gebe man dem Kranken, der sie ungelesen zu schlucken hat. (in: BAUER, Das sechste und siebente Buch Mosis, 54)
Dem Sinne nach vergleichbar dem Segenszettel soll die Gebetsfahne des Buddhisten sein (MALA, 103).