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  Magie, Zauberei
 
 

Sprechender Kopf

Mit einem sprechendem Kopf beriet sich manche Gestalt aus Mythos und Sage.

Der nordische Ase Odin beriet sich mit dem abgetrennten Haupt des weisen Riese Mimir. Den hatten die Vanen, ein Geschlecht von Göttern, enthauptet und den Kopf zu den Asen gesandt. Odin, der einst von Mimir in der Weisheit unterrichtet worden war (Deutung der an Yggdrasill erworbenen Runen) und ihm dafür sein Auge verpfändet hatte, bezauberte den Kopf und erhielt so noch posthum von Mimir Rat.

Auch der römische Dichter Vergil, seiner Legende nach ein Magier ersten Ranges, besaß nach mittelalterlichen Geschichten einen bronzen Kopf, der ihn beriet, wegen einer zweideutigen Warnung aber schließlich den Tod brachte: Das Haupt hatte Vergil gemahnt, seinen Kopf nicht zu sehr der Sonne auszusetzen. Vergil meinte die Warnung zu beherzigen, indem er den Bronzekopf sorgsam beschattete - und verschied selbst an Sonnenstich.

Auch der „Teufelspapst” Silvester II. soll einen derartigen Ratgeber besessenen haben, als weitere Besitzer eines sprechenden Kopfes werden Roger Bacon und Albertus Magnus genannt. Jacopus de Voragine weiß vom hl. Macarios zu berichten, daß der Schädelweissagung betrieb.

Im deutschen Märchen von der Gänsemagd verrät ein sprechender Pferdekopf die wahre Identität der Königstochter. (KHM Nr. 89)

Sprechende Köpfe können möglicherweise als Formen sprechender Gottesstandbilder betrachtet werden, auch die in der Bibel erwähnten Teraphim sollen dergleichen Charakter gehabt haben, ebenso der Baphomet, der angebliche Götze der Tempelritter.