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Tetragrammaton

Tetragrammaton
Tetragrammaton
 
(griech. „vierbuchstabig”, Tetragramm) Der nur in Konsonanten überlieferte geheime Name Gottes (JHVH, Jahwe, Jehova), der aus ehrfürchtiger Scheu nicht ausgesprochen wird.

Gemäß „abendländisch-weißmagischer Tradition” sollen die vier Buchstaben des Tetragrammaton „die Gesamtheit der göttlichen Einheit auf Erden symbolisieren” wobei die Vierheit die Erde und den schaffenden Menschen versinnbildlicht. (MALA, 109)
Die drei verschiedenen Konsonanten entsprächen der Dreifaltigkeit, der zweifach vorkommende Buchstabe „H” Jesus Christus in seiner Eigenschaft als Sohn Gottes und des Menschen (ebd.).

„Im Tetragramm bedeutet die Dreiheit, am Anfang des Wortes genommen, die göttliche Vereinigung, und am Ende des Wortes genommen, Weiblichkeit und Mütterlichkeit. Der Name Eva hat drei Buchstaben, der ursprüngliche Name Adam jedoch wird durch den einzigen Jod ausgedrückt und deshalb sollte Jehova wie Jeva ausgeschrieben werden. Dies führt uns zum großen, durch die Vierheit ausgedrückten Mysterium der Magie.” (LÉVI, 118)

In der (weiß-)magischen Praxis gelte das Tetragrammaton, auch in seiner Ausschreibung Eheie Ascher Eheie („der da war, der da ist, der da sein wird”) als wirksamer Abwehrzauber (ebd., 110), im Schwindeschema notiert (siehe Namenszauber) repräsentierten die daraus abzuleitenden 72 Möglichkeiten die Namen der 72 Engel. Dieser geheime Gottesname (Schemhamphorasch oder Schem ha-Meforasch), der jener sei, welchen Gott auf dem Berge Sinai genannt habe (2. Mose 3,13-14), soll auch im Wunder wirkendem Stab des Mose eingeritzt gewesen sein (ebd.) und ein enorm mächtiges Zeichen „weißer Magie”.

Seiner Mächtigkeit entsprechend ist das Tetragramaton für Beschwörungen aller Art von besonderer Bedeutung (HABIGER-TUCZAY, 240) und wird auch im magischen Kreis als Inschrift benützt (ebd., 262).

Eine andere Umschreibung des Gottesnamens ist AGLA. Diese gern auf Amulette und Talismane gebrachte Inschrift wurde aus den Anfangsworten des hebräischen Dankgebets Schemoneh usre gebildet. Diese sind Athe gibor Le-Olaham Adonai und bedeuten „Allmächtig bist du in Ewigkeit, o Herr.”
Dieser Inschrift wird die Eigenschaft nachgesagt, Glück anzuziehen und Schaden abzuwehren. (BIEDERMANN, 26f.)

Das Wort AGLA ist Beispiel für ein Notarikon, ein kabbalistischer Kunstgriff, bei dem aus den Anfangsbuchstaben einer Wortgruppe ein neues Wort gebildet wird. (BIEDERMANN, 327)