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| Zauberei | |
Die Vorstellung, sich zeitweise unsichtbar machen zu können (eskamortieren), dürfte schon immer faszinierend gewesen sein und findet sich zum Beispiel in den Vorstellungen von der Tarnkappe.
Einen Helm, der seinem Träger Unsichtbarkeit verlieh, fertigten die Kyklopen der griechischen Mythologie dem Unterweltsgott Pluto, damit der dem Zeus im Kampf gegen die Titanen beistehen konnte.
Der Siegfried der germanisch-deutschen Sage (z.B. Nibelungenlied) errang die Tarnkappe vom König der Zwerge, Alberich. Diese Tarnkappe verlieh nicht allein Unsichtbarkeit, sie verlieh auch die Kräfte von zwölf Männern.
Es heißt, wenn man einem Zwerg seine Nebelkappe entreiße, so erringe man Macht über ihn und der Zwerg werde einen hohen Preis zahlen, sie zurück zu erhalten (siehe Zwergsage im Artikel Erbsen).
Dem Aberglauben zufolge soll unsichtbar werden, wer eine Hose aus der Haut eines Toten anzieht.
In dem in vielen Ausgaben des 6./7. Buch Moses enthaltenen Magisch-sympathetischen Hausschatz liest man: Eine mit dem Fette Ermordeter genährte Lampe macht unsichtbar. Dazu heißt es in einer Anmerkung: Der schaurige Aberglaube an die angebliche Wirkung des Fettes Ermordeter läßt die Taten des Massenmörders Denke in Schlesien in einem besonders düsteren Licht erscheinen. Die Möglichkeit ist nicht abzuweisen, daß dabei das von Denke gesammelte Menschenfett — ganz unter der Hand natürlich — diesem wahnwitzigen Aberglauben gedient hat. (Magisch-sympathetischer Hausschatz, 116)
Harmloser ist da der Opal, der ebenfalls ein für solche Zwecke geeigneter Stein sein soll.
GRIMM nennt neben Tarnkappe und Tarnhelm noch das Vogelnest, die rechte Schwanzfeder des Hahns, Farnsamen, den Ring und besonders den Stein darin sowie unter den Stein gelegten Sonnenwendel (GRIMM, III, 315f.).
Am Tag des Heiligen Jakob (25. Juli) soll man mit einem Goldstück hinausgehen und damit eine dieses meist Wegwarte genannte Kraut ausgraben. Solange man die Wurzel des Krauts bei sich trägt, soll Unsichtbarkeit möglich sein (SIEG, 97).
Stiehlt jemand in der Neujahrsnacht seinem Nachbarn eine Wagenrunge und nimmt diese auf seinen Wagen, so bewirkt die Murraue, daß ihn der Förster nicht sieht, wenn er in den Wald fährt um Holz zu stehlen (KUHN u. SCHWARZ, C.182).
Menschenleber zu verzehren soll unsichtbar machen, sagte man in Mecklenburg. (ZEPF i. Handwörterbuch, VIII 1455)