| Mesopotamien - Schauplätze | ||
(akkad. Ninua) Eine uralte Stadt in Mesopotamien, heute Irak, Ruinenhügel Kujundschik und Nebi Junus am linken Ufer des Tigris, gegenüber Mossul.
Ninive heißt nach der Göttin Nina, die eine Version der sonst Ischtar, Astarte, Ma, Kybele usw. geheißenen nahöstlichen Göttermutter ist (DONOVAN, S. 18).
Ausgrabungen ergaben Spuren von fünf prähistorischen Siedlungsschichten aus der Zeit von 5.000 bis 2.800 v.
Von 700 bis 612 war Ninive die Hauptstadt Assyriens, ehe die Stadt 612 v. vom babylonischen König Nabupolassar und verbündeten Medern erobert und 606 v. vom Mederkönig Kyaxerxes zerstört wurde.
Archäologische Arbeiten förderten Reste eines doppelten Mauerrings, etliche Tempel und mehrere Paläste zutage. Viele schmückende Reliefplatten und Keilschrifttexte konnten geborgen werden. Von besonderer Bedeutung ist die 1853 gefundene, vom assyrischen König Assurbanipal angelegte Bibliothek, die sich im Tempel des Nabu, des Gottes der Schreibkunst, befand.
Unter den Texten fand sich insbesondere ein Tafelfragment, das von Utnapischtim erzählt, der in seiner Arche der Sintflut entrann (UHLIG (2002), S. 101).
In der Bibel hat Ninive als Hauptstadt der Israel bedrohenden Assyrer einen schlechten Ruf. Gleich zwei Propheten, Nahum und Zephania, prophezeien ihren Untergang.
Besser ergeht es der Stadt Ninive im Buch Jona, worin zu lesen ist, wie der Prophet Jona auf Geheiß des Herrn die Stadt aufsucht und ihr das Verderben binnen vierzig Tagen ankündigt, sofern die Einwohner nicht Buße üben. Die Menschen von Ninive beherzigen die Warnung, sie selbst und sogar ihre Tiere üben sich in strengem Fasten und kleideten sich in Säcke und das Unheil wird abgewendet (Jona 3).
Laut diesem Bericht soll Ninive damals über 120.000 Einwohner gehabt haben (Jona, 4,11).