| Sternenkunde | ||
Die Erforschung des Himmels ist dem Menschen eine uralte Herausforderung. Zu offensichtlich ist seine Wirkung, als daß er nicht als höhere Macht angesehen werden könnte. Vom Himmel kommen alle wesentlichen Erscheinungen, welche die Gesamtheit des Klimas und damit das Gedeihen des Menschen bestimmen.
Niederschläge lassen sich den über den Himmel ziehenden Wolken zuordnen, aus denen auch der Blitz fährt. Tag und Nacht, Helligkeit und Wärme lassen sich ohne weiteres auffallenden Gestirnen zuordnen, denn Sonne und Mond sind auch dem uninteressiertesten selbstverständlich geläufig. Dem feiner beobachtenden fallen Zusammenhänge zwischen diesen Gestirnen auf, ein Beispiel sind Ebbe und Flut, deren Rhythmus mit der Größe des Mondes in Einklang steht. Und befindet sich der Mond mit der Sonne in einer gedachten Linie, gibt es Spring- oder Nippfluten.
All dies kann der Küstenbewohner noch sinnlich erfahren. Eine intellektuelle Anstrengung sondergleichen muß es dem Menschen der Frühzeit gewesen sein, den Ablauf der Mondphasen zu verstehen. Das geht über das einfache Zählen hinaus - weder reichen des Menschen Finger aus noch sind die Gegenstände nebeneinander abzählbar. Um die 30 Nächte der Mondphasen zu bestimmen bedarf es irgendeiner Form der Aufzeichnung sowie die Mathematik.
Erst recht gilt das für das Verständnis der 12 Mondphasen, ehe ein neuer jahreszeitlicher Zyklus bedingt. Der Vorteil dieser Erkenntnis liegt auf der Hand: Sowohl eine Jäger-und-Sammler- als auch eine Ackerbaugesellschaft kann sich besser entwickeln, wenn jahreszeitlich bedingte Termine für Ernte, Vogelzug oder Pflanzzeit bestimmbar sind und diese Erfahrungen relativ zuverlässig weitergegeben weren können.
Schon diesen so einfach scheinenden Beobachtungen dürften in der Vorzeit der Humus gewesen sein, dem nähere Forschungen erwuchsen. Weitere Gestirne werden in die Beobachtungen einbezogen und die Bezüge erweitert, bis ein reiches Gestrüpp astrologischer Lehren wuchert.
Nachdem der Mensch zu zählen gelernt hatte konnte er feststellen, daß der Mond erscheint, wächst, schrumpft und wieder verschwindet, ganz wie der Pilz schwillt, dann verdorrt und endlich nicht mehr vorhanden ist. Die nächste Wachstumsphase läßt Pilze und Mond wiederauferstehen. Wenn die Gesellschaft Ideen von Leben und Tod hat, ist dies das Umfeld, wo aus erster Naturverehrung Religion entstehen kann.
So im Zentrum menschlicher Wißbegier wird es erforderlich, die Gestirne möglichst genau am Himmel verorten zu können. Da gibt es die Schwierigkeit, daß der nächtliche Himmel im Jahreslauf wandert. Für punktuelle Messungen mögen alte Sternwarten gediehnt haben, natürliche Punkte oder Steinkreise. Eine relative Einordnung der Wandelsterne bedarf zusätzlich einer Art Kartierung des Himmels. Hierfür boten sich auffällige Sternengruppen an, die zu den Sternbildern wurden.
Zwölf dieser Sternbilder sind an einer gedachten Linie aufgereiht und ziehen im Jahreslauf über den nächtlichen Himmel - der Tierkreis oder Zodiac.
Lange waren Astrologie und Astronomie eins.
Der englische Bischof Carlton wetterte in seinem Traktat The Madnesse of Astrologers (1624), die Jüdische Astrologie sei ein Universum des Teufels, das gewissenlose Leute und Schwarzkünstler auch auf Erden errichten wollten. (KUPER in: KIESEWETTER, 31f.)
1666 verstieß der Premierminister des französischen Königs Ludwig XIV. die Sterndeutung aus dem Kreis der anerkannten Wissenschaften.
Siehe auch:
| Literaturhinweise |
| Slawik, Eckhard und Margit Röser Sternbilder Eine fotografische Reise. 1999 Spektrum, Heidelberg |
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| Dühnfort, Erika Vom größten Bilderbuch der Welt Sternbilder-Geschichten durch das Jahr. 1977 Freies Geistesleben, Stuttgart |
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| Heermann, Hanns-Joachim Drehbare Kosmos - Sternkarte Für den nördlichen Sternhimmel. 1996 Kosmos, Stuttgart |
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| Software: Abenteuer Astronomie. CD-ROM für Windows. Koch Media, München |