| Sternenkunde | ||
(gr., auch Schweifstern oder Haarstern) So nennt man kleinere Himmelskörper, die innerhalb unseres Sonnensystems in einer stark elliptischen Bahn oder von jenseits des Sonnensystems kommend um die Sonne kreisen und dabei mehr oder weniger häufig von der Erde aus sichtbar sind.
Dabei fallen weniger der Kometenkern oder seine diffus leuchtende, Koma genannte Hülle auf, viel eindrucksvoller ist der oft gigantische Kometenschweif, der stets von der Sonne abgewandt ist.
Kometen sind recht anfällige Gebilde. 1976 zerplatzte beispielsweise ein Komet West genannter Himmelskörper, der einmal in einer Millionen Jahren die Sonne umkreisen soll, in vier Teile.
Etliche Kometen fing sich der Riesenplanet Jupiter ein, spektakuläre Abstürze von Teilen dieser Himmelskörper konnten beobachtet werden.
Ein berühmter Komet ist der alle 76 Jahre wiederkehrende Halleysche Komet.
Zufolge aller großen Meister der Astrologie sind Kometen die Sterne außergewöhnlicher Helden und ihr Erscheinen weissagt der Erde stets große Veränderungen. (LÉVI, 239)Im Volksglauben gelten Kometen als Vorboten von Seuchen, Dürren, Unwettern, Überflutungen und Kriegen, die als mahnender Fingerzeig (Fackel) Gottes gedeutet wurden. Schon bald soll das Unheil heraufziehen, wenn der Schweif nach Osten zeigt, weist er nach Westen, so wird es mit dem Elend noch etwas dauern. Einziger Trost sei, daß nach Auftauchen eines Kometen wenigstens mit einer guten Weinernte gerechnet werden könne (WEHR, 148).
Solcher Glaube soll auf uralte schlimme Menschheitserfahrung zurück gehen. Jürgen SPANUTH identifizierte den Halleyschen Kometen mit jenem Himmelskörper, den die Griechen Phaeton nannten. Der stürzte ab und es habe sich infolgedessen eine furchtbare Katastrophe ereignet. Dabei sollen die giftigen Gase des Kometenschweifs die Erde verheert haben (Die Atlanter, 240ff.).
Der gleiche Komet sei auch jener gewesen, der während der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (Juli 451) Hunnen und Germanen erschreckte (ebd., 244f.).
372 v. tauchte ein Komet auf, der den Spartanern ihre Niederlage bei Leuktra (371 v.) angekündigt haben soll. In der Folge verlor Sparta seine Vorherrschaft über Griechenland.
Auch der Römer Niederlage gegen die Germanen unter Hermann soll unter dem Einfluß eines Kometen gestanden haben.
Später sahen die Römer Kometen auch als Ankündigung des Todes ihres Kaisers an.
Gern werden beim Anblick eines Kometen Weltuntergangsszenarien entworfen, welche die ganze Menschheit vernichten. Oder es ist nur ein Teil der Erde von Verheerung betroffen: steht der Komet im Osten, sucht das Unglück Asien heim, im Westen Europa. Je nach der Himmelsrichtung werden auch bestimmte Verheerungen erwartet, bei nördlichem Stand beispielsweise Dürre, bei südlichem Sturm, bei östlichem Hungersnot.
1618 erschien ein Komet am Himmel. Papst Urban VIII. forderte das Abendland zur Abwendung des erwarteten Unheils zum öffentlichen Gebet auf. (KUNZE, 287)