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| Der Mond |
In 27,32 Tagen rotiert der Mond einmal um sich selbst, die gleiche Zeit benötigt er für einen Umlauf um die Erde. Diese Zeitspanne wird als siderischer Monat bezeichnet, jeweils nach einem siderischen Monat steht der Mond wieder vor denselben Sternen. Weil Rotationszeit und Umlaufzeit gleich sind, dreht der Mond uns dabei immer die gleiche Seite zu, so daß sich die dunkle Seite des Mondes für allerlei Spekulationen anbietet.
![]() Die Mondphasen |
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| z und a |
Vor Neumond ist kurz vor Sonnenaufgang nurmehr eine schmale Sichel am östlichen Himmel sichtbar, ehe der Mond für drei Tage verschwindet. Dann ist er wieder als schmale Sichel sichtbar, diesmal kurz nach Sonnenuntergang im Westen. Dieses Verhalten machte den Mond zum Vorbild verschiedener Mythen von Helden, die für drei Tage in die Unterwelt ziehen und nach drei Tagen wiederauferstehen.
Ein besonderes Ereignis ist die Mondfinsternis, wenn der Mond aufgrund besonderer Konstellation von Sonne, Mond und Erde zur Unzeit ganz oder teilweise unsichtbar ist. Alle 18 Jahre wiederholen sich Sonnen- und Mondfinsternisse in gleicher Reihenfolge.
Vom Mond gehen viele Wirkungen aus bzw. werden ihm zugesprochen. Er verursacht Ebbe und Flut und wirkt auf das Wetter. Seine Wirkung auf das Gemüt - besonders bei Vollmond - werden viele Menschen bestätigen. Sogar Pflanzen sollen von ihm beeinflußt werden.
Die Übereinstimmung des Mondmonats mit dem Zyklus der Frauen stellt zwischen ihnen und diesem Licht ein besonderes mystisches Verhältnis her. So sollen Frauen sich beim Gebet an den Vollmond (bzw. die Mondin) wenden, wenn sie sich etwas von höheren Mächten erbitten. So jedenfalls soll es noch bis in die Neuzeit hinein gängige Empfehlung gewesen sein (Au 1999, 218).
Der Mond galt in Ägypten als Personifikation des Gottes Thot, der von Re an den Himmel versetzt wurde. Ständig nagen Ungeheuer an ihm und zehren ihn Stück für Stück auf, doch speien sie ihn bei zunehmenden Mond wieder aus.
Nach dem Römer Caesar war der Mond neben Sonne und dem Feuer (das Caesar Vulcanus nennt) eine der drei von den sonst wenig um Gottesdienst bemühten Germanen verehrten Gottheiten (Bell. Gall., VI,21).
In der nordischen Mythologie ist der Mond in dem Mani verkörpert.
Astrologisch ist der Mond das Leitgestirn des Krebses und des 4. Hauses. Er steht für Gefühle, Instinkte und Stimmungen. Er verkörpert das Unbewusste und Unergründliche in Natur und Mensch. Seine Wirkung hält etwa zwei Stunden an.
Gängigem Bild zufolge ist der Mond öde und unbelebt. Nach anderen Darstellungen ist der Erdtrabant jedoch von verschiedenen Wesen bevölkert, von Geistwesen auf der erdzugewandten Seite, auf der anderen von einer Art kleiner Wichtel, die sich von Wurzeln und der Milch des Mondschafs nähren.
Nach dem Mondstand berechnen sich viele Feiertage. Beispielsweise richtet der gesamte jüdische Kalender nach dem Mond. Das christliche Osterfest wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert.
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Der Mond soll von allen Himmelskörpern den stärksten Einfluß auf subtile Energien haben (STARHAWK, 170). Sein Stand und seine Phase sind darum besonders bedeutsam für magische Praktiken.
Je nachdem, ob der Mond zu- oder abnimmt sollen bestimmte Handlungen unternommen oder unterlassen werden. Zum Beispiel gilt es für glückverheißend, wenn eine neue Wohnung bei zunehmenden Mond bezogen wird (WEHR, S. 227).
Einem Aberglauben zufolge soll Wasser, in dem bei zunehmenden Mond ein Achat gewässert wurde, als ein Heilmittel gegen Geisteskrankheit helfen.
Im persischen Mithraskult herrschte der Mond über einen der sieben Himmel, der durch ein Tor aus Silber verschlossen ist.
Laut H. P. Blavatsky, der Begründerin der Theosophie, ist der Mond eine Art Rest-Erde. Die Erde vollziehe Blavatskys Lehre von den sieben Zyklen zufolge Gänge durch sieben Stufen des Seins. Sind diese Stufen durchlaufen, so verbleibt als Rest ein toter Mond, der als Astralkörper weiter auf das Erdenleben wirke (z. B. Ebbe und Flut, Zyklus der Frau).
Weil Merkur und Venus diesen Zyklus schon länger durchlaufen als die Erde, haben diese der Sonne nächsten Planeten keine Monde mehr: Seit Äonen ist es dem Mond bestimmt, seinen ‘Sprösslingen’ zu folgen. Aber bevor die siebte Runde dieser Erdkette beginnt, wird er sich völlig aufgelöst haben, weil die letzten Reste seiner Energie von der Erde aufgenommen und zu erneuernden Kräften umgewandelt sein werden, die beim allmählichen Aufstieg der ganzen Kette jetzt eine Rolle spielen und den Lebenswogen helfen, die auf dem Weg zu ihrem spirituellen Ziel sind. Da Merkur und Venus in ihren Runden weiter fortgeschritten sind als die Erde, haben sie keine Monde mehr. van Pelt 1984, S. 22).
In der Alchemie heißt es vom Mond, er beherrsche den Vorgang der Lösung Solutio, einer der Arbeitsschritte bei der Herstellung eines Steins der Weisen.
Ein Hof um Sonne und Mond soll auf Wind oder Sturm deuten:
Hof um de Maan (Mond),
dat kann noch gahn,
man (doch) Hof um de Sünn -
dor schreien Schippers Froen (Frauen) un Kinner üm.
(aus Ostfriesland)
Ab der zweiten Hälfte des Oktobers, wenn meistens die Herbststürme einsetzen, gilt auch der Mondhof als Vorbote eines Sturmes:
Hof üm den Maan,
so´n Kreis as so´n Wagenrad,
denn weeten wi Bescheid.
(aus Mecklenburg)