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 Mond - Mondbewohner
 
 

Mann im Mond

Ob der sagenhafte Flug der Apollo anno 1969 tatsächlich Menschen auf den Mond gebracht hat, bleibt bei Anhängern der These, jene Mondlandung sei eine Erfindung, umstritten. Sicher scheint den Überlieferungen zufolge hingegen, daß bereits erheblich früher einige Menschen dauerhaft auf den Mond gelangte und seither dort existieren. Der bekannteste dieser Mondbewohner ist vermutlich der Mann im Mond, dessen Konturen bei klarer Vollmondnacht für jedermann sichtbar sein sollen.

Eine in der Uckermark weit verbreitete Sitte ist es, am Weihnachtstage einen Schweinskopf mit Grünkohl zu verzehren. Das wollte auch einmal ein Mann tun, dem es aber an Grünkohl fehlte. Er stahl darum bei seinem Nachbarn ein paar Köpfe, wurde aber, weil er das hohe Fest so verunheiligt, vom Herrn in den Mond versetzt, wo er noch immer ist. Man sagt daher:

„All’ Weihnachtsabend rührt er sich
Und schreit aus voller Kehlen,
Ach Herr! ach Herr erbarme dich,
Ich will ja nicht mehr stehlen.”

Nach anderen war jener Mann ein Dieb, der nachts in einer Scheune stehlen wollte. Weil der Mond so hell durch die Löcher im Dach in die Scheune schien, wollte er Erbsenstroh in diese Okern stopfen. Gott hatte ihn aber schon gesehen und setzte ihn mit dem Bund Erbsenstroh in den Mond. (mündl. v. e. Gärtner aus Gramzow u. e. Bauer aus Mürow, n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 54)

Nach anderen soll dieser Mann einmal verbotenerweise am heiligen Sonntag gearbeitet haben, weshalb Gott ihn auf den Mond versetzte. Seither sieht man ihn dort beständig ein Bündel Reisig schleppen.
So erzählt beispielsweise eine Sage aus Schwansen in Schleswig-Holstein.

Oder es ist ein Mann, der das Stehlen von Holz geleugnet hatte, wie man in der Jevenstedter Gegend bei Rendsburg erzählte. (Urquell 3 (1892), S. 290, n. HUBRICH-MESSOW, S. 136f.)

Ein Seemannsgarn erzählt hingegen von einem Schiffer, der bei tosender See um das berüchtigte Kap Hoorn segeln wollte. Er fluchte: „Verdammi, wenn ick nich baben Kap Horn kam, so will ick to’n ewigen Dag in’e Maand sitzen.” Als sein Schiff dann tatsächlich scheiterte, erfüllte sich des Schiffers Fluch und er ist auf ewig zum Sitzen auf dem Monde verdammt. So sollen es sich Seeleute bei Vollmond erzählen (Wie’s Wetter wird, 4, S. 25f.).

Auch der Rhythmus von Ebbe und Flut im Einklang mit dem Mondstand regt die Phantasie an.
Auf Sylt heißt es, der Mann im Mond sei ein Riese, der zur Zeit der Ebbe gebückt das Wasser schöpft. Regelmäßig richtet er sich zum Ausruhen auf, derweil strömt das Wasser zurück (Wie’s Wetter wird, 4, S. 24).

 

Auch Meister Twardowski, der „polnische Faust”, soll einmal auf dem Mond gewesen sein und wird manchmal als Mann auf dem Mond dargestellt (Illustration siehe hier).