| Sternenkunde - Lichter | ||
Die Venus ist ein Nachbarplanet unserer Erde. Sie ist Abendstern (Hesperus) und Morgenstern (Phosphorus). Ihre Entfernung zur Sonne beträgt im Mittel 108 Millionen km.
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| Die Venus |
Die Venus hat eine dichte Atmosphäre, eine dicke Wolkendecke umhüllt sie.
Ein seltenes Naturschauspiel ist der Venusdurchgang - als kleine schwarze Scheibe schiebt sich dann die Venus zwischen Sonne und Erde. Die nächsten Venusdurchgänge werden 2004 und 2012 (von Deutschland aus nicht zu sehen) stattfinden — zuletzt ergab sich eine solche Gelegenheit im Dezember 1882.
Am Vormittag des 8. Juni 2004 wird man diesen auch Venustransit genannten Durchgang von Mitteleuropa aus beobachten können — sofern das Wetter mitspielt. Wenn nicht, wird man sehr lange auf die nächste Gelegenheit warten müssen, denn erst anno 2125 wird solches Ereignis wieder von Mitteleuropa aus beobachtet werden können.
Die sumerische Liebesgöttin Inanna und ihre babylonisch-assyrische Entsprechung Ischtar sind eine Verkörperungen der Venus, der Planet trug auch ihren Namen. In der altitalischen (römischen) Mythologie ist Venus eine Gartengöttin, später ist sie der griechischen Liebesgöttin Aphrodite gleichgesetzt.
Im persischen Mithraskult herrschte die Venus über einen der sieben Himmel, der durch ein Tor aus Zinn verschlossen ist.
Astrologisch steht die Venus für die Liebe und die Harmonie, Schönheit und Künste. Sie ist Leitgestirn von Stier und Waage sowie des 7. bzw. 2. Hauses. Sie wirkt etwa drei Tage lang.
Die Venus gilt als weiblich, warm und feucht und soll den Menschen in seinem 15. bis 22. Lebensjahr regieren.
Dan alle schönheit, so in den menschen thieren, kräutern und blumen zu finden ist, kommet durch die stralen und würckung dieses himmlischen gestirns. (P. Cochem, Das grosse Leben Christi, Mainz 1727, zit. n. BIEDERMANN, 441)
Im Tarot ist die Venus der Trumpfkarte Die Herrscherin zugeordnet (AKRON u. BANZHAF, 37).
Von den Edelsteinen ist der Venus der blaue Türkis zugeordnet (BIEDERMANN, 451).
In der Alchemie heißt es von der Venus, sie beherrsche den Vorgang der Abscheidung des Festen vom Flüssigen Distillatio, einer der Arbeitsschritte bei der Herstellung eines Steins der Weisen.
Nach EMANUEL VELIKOVSKY entstand die Venus, indem ein gewaltiger Komet mit dem Mars zusammengestoßen sei. In seinem 1950 erschienen Werk Worlds in Collision schreibt er, die Venus müsse darum eine anomale Rotation aufweisen. Die These gilt als Spekulation, aber immerhin wurde durch die Mariner II-Expedition die rückwärtigsgewandte Drehrichtung bestätigt.
Nach antiker griechischer Überlieferung soll die Venus während der Regierungszeit des Ogygos Farbe, Größe und Gestalt sowie ihren Lauf verändert haben. Diese Veränderungen sollen durch einen Kometen verursacht worden sein. (n. HEDERICH, Sp. 1779)