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   Sternenkunde - Sternbilder
 

Sterne, Sternbilder und -haufen

Um am schwer fasslichen Himmel Bezugspunkte zu setzen, die eine Orientierung ermöglichen, wurden schon im frühen Altertum einzelne Fixsterne zu Sternbildern gruppiert. Über ihre Entstehung kuriseren in wohl allen Kulturen Geschichten, die das Sternbild als Ergebnis mythologischer Vorgänge erklären. Besonders das antike Griechenland liefert für jedes Sternbild eine passende Mythe. Vor allem ist es Gottvater Zeus, der sich um die Bevölkerung des Sternenhimmels verdient gemacht hatte, aber auch andere Göttinnen und Götter versetzten immer wieder einzelne mythische Helden als Sternbild an den Himmel, sowohl zur Strafe als auch zur Belohnung.

Ein Sternenhimmel
von oben...
 
... und von der Seite.
Drei Sterne scheinen
zu einem Großstern verschmolzen.
Sternbilder sind nur scheinbar zusammengehörige Himmelskörper. Das läßt sich im Experiment vereutlichen: Stecken Sie einige Nadeln wahllos verstreut in ein Blatt Papier - wenn Sie nun die vorstehenden Stecknadelköpfe als Sterne betrachten, kämen Sie kaum auf die Idee, Sie als „Nachbarn” zu bezeichnen. Wenn Sie aber über die Tischkante, also aus einer seitlichen Perspektive, auf die Nadelköpfe blicken, wirkt es, als seien sie viel näher zusammengerückt.
So verhält es sich auch mit den Sternbildern - einige sind viel weiter entfernt als andere. Nur aus unserer irdischen Perspektive zeigen Sie sich so, wie wir sie kennen.

Streng von den Sternbildern zu trennen sind die astrologisch verwendeten Tierkreiszeichen. Die Sternbilder des Tierkreises („Tropischer Tierkreis”) wandern nämlich ganz allmählich zurück und stimmen daher nicht mit den Tierkreiszeichen („Siderischer Tierkreis”) überein, die für die Deutung eines Horoskops von Belang sind.
Siehe dazu auch die Artikel Präzession und Weltzeitalter.

Nur ein Anfang:

 

Sternbilder des Tierkreises: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische (siehe auch Zodiak)

Der Frankfurter Geograph Kai Helge Wirth machte die verblüffende Entdeckung, daß sich viele Sternbilder in die kartographische Darstellung der Erdoberfläche einpassen lassen. Daraus entwickelte er die These, die Alten hätten den nächtlichen Himmel als gewaltigen Weltatlas verwendet, der ihnen bei der Navigation auf hoher See geholfen hatte (Der Ursprung der Sternzeichen, 2000).