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   Babylonier
 

Ischtar

(Istar, Ishtar; Inanna) Babylonisch-assyrische Hauptgöttin vermutlich semitischen Ursprunges. Ischtar ist Göttin des Krieges, der Liebe und der Mutterschaft. Sie ist Verkörperung des Planeten Venus. Ihr heilig ist die Myrte.

Sie gilt als Tochter des Mondgottes Sin.

Ischtar stieg in die Unterwelt herab, wo die Herrscherin, ihre Schwester Ereschkigal, sie gefangensetzte. Daraufhin starb auf der Erde die Vegetation ab. Doch der Gefährte der Ischtar, der Frühjahrsgott Tammuz, vertrat sie dort als Unterpfand. Im Jahreslauf vollzieht sich das Drama jährlich aufs neue. Immer wenn Tammuz stirbt, verdorrt die Vegetation. Wenn er aufersteht und mit der Ischtar (Inanna) Heilige Hochzeit feiert, beginnt das Leben wieder zu erblühen und Fruchtbarkeit kommt über das Land.

Der Kult der Ishtar war orgiastischer Natur. Die Frauen Babels gaben sich hierfür fremden Männern gegen Entgelt hin, die Einnahme wurden dem Tempel der Göttin gestiftet.
Alljährlich vollzog der König auf der obersten Plattform des Ishtar-Tempels in Babylon mit der Oberpriesteruin der Ishtar den rituellen Geschlechtsakt, wodurch das Fest zu Ehren der Göttin eingeleitet wurde (DÖBLER, S. 67).

Ischtar wurde als Große Göttin weithin verehrt. Im Alten Testament ist sie auch die Astarte der Kanaanäer. Sie gilt auch als Vorbild für die iranische Anahita. Sie ähnelt der griechischen Aphrodite und der römischen Venus und ist auch Namensgeberin des Planeten Ischtar (=Venus)