| Baltische Völker | ||
Ein an der östlichen Ostsee (Baltikum) seit dem 9. Jahrh. ansässiges baltisches Volk, das aus mehreren Stämmen besteht (Lettgalen, Selett, Semgallen).
Lettland (Latvija) war von 1818-40 unabhängige Republik. Mit Auflösung der Sowjetunion erlangte es, wie seine Nachbarn Estland und Litauen, die Unabhängigkeit und ist heute (2001) Aspirant zum Beitritt zur Europäischen Union. Die Hauptstadt ist Riga.
Zu Deutschland gibt es alte, nicht immer erfreuliche, Beziehungen.
Anfang des 13. Jahrh. gerieten die ansässigen lettischen Stämme in Livland und Kurland unter deutsche Herrschaft; die Vorherrschaft des Deutschtums blieb auch bestehen, als die Ostseeprovinzen im 18. Jahrh. an Rußland fielen.
Mitte des 19. Jahrh entstand, wie weithin in Europa, eine lettische Nationalbewegung, die die erwähnte Unabhängigkeit erstritt.
Die lettische Sprache, die zum baltischen Zweig des indogermanischen Sprachstamms gehört, unterscheidet drei Mundartgruppen: die tahmische Mundart im Nordwesten Lettlands, in der Mitte das Mittellettische, auf der die Schriftsprache beruht und in Lettgallen das Hochlettische.
Die lettische Sprache weist in Wortschatz und Satzbau starke deutsche, besonders niederdeutsche Einflüsse auf, was auf die Deutschordenszeit hinweist.
Kulturell gibt es bei Letten und Litauern viele Übereinstimmungen. Neben der Volkskunst verfügen sie über einen reichen Schatz an Volksliedern und Brauchtum.