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 Bantu
 
 

Marimba

In den Erzählungen der Bantu die jüngste der noch auf Erden wandelnden unsterblichen Menschen, Tochter des Odus und der Amarava. Sie ist Mutter der Stämme und Mutter der Musik.

Marimba führte den nomadisch in Tanga-N-gika und Lu-Kenya lebenden Wakambistamm, der zu den Bantu gehört. (MUTWA, 29)

Auf Marimba lastete der Fluch der bösen Watamaraka, der Marimba die Dienerschaft verweigert hatte. Demnach mußte jeder von ihr geliebte Mann drei Monate nach der Hochzeit sterben. So wurde Zumangwe, ein Jäger und der Vater ihres Sohnes Kahawa, von einem Elefanten zu Tode getrampelt, einen anderen Gatten zeriß der alternde Löwe Simba.

Aus dem Bogen des gefangenen Massai Komba-Tembo und einem Kürbis baute sie die Makwe-Yana-Bogenharfe, das erste Musikinstrument der Welt, zu dem sie der Welt erstes Lied sang („Oh kleiner Stern”, MUTWA, 39) und dazu die Saite mit einem Stock anschlug.

Der Klang ihrer Musik (der Karimba o. Kalimba) rettete Marimbas Sohn Kahawa aus den Klauen eines der dämonischen Nachtheuler. Noch weitere Instrumente erfand Marimba, darunter die nach ihr benannte Marimba (woraus sich das Xylophon entwickelte), andere sind Flöten aus Schilf sowie die Trommel, deren erste aus einem unbrauchbaren Mörser entstand.

Daneben erfand Marimba auch Waffen, insbesondere die Steinschleuder aus Leder. Dies war erforderlich geworden, als auf Anstiften des bösen Nangai der erste Krieg zwischen Menschen verschiedener Rasse, Wakambi und Massai, ausbrach. Der verstoßene Gott Nangai begehrte die Marimba und hetzte daher die Massai gegen die Wakambi.

Auf einer Pirsch fingen Marimbas Sohn Kahawa und dessen bester Freund Mpushu einen sie verfolgenden Unbekannten, von dem sie erstmals erfuhren, daß die Wakambi nicht die einzigen Menschen waren. Sie fingen ihn und lernten durch ihn den Bogen kennen, aus denen Marimba dsie erwähnte Harfe baute. Als es tatsächlich zum Angriff der Massai kam, dankten die Wakambi dem musikalischen Erfindungsgeist der Marimba den Sieg. Denn mittels des Wohlklangs konnte Marimba sich nicht nur aus der gutgemeinten Schutzhaft ihres Sohnes befreien (siehe Kahawa), sondern auch die hinzukommenden Nachtheuler vernichten.

Später gab Marimba dem Drängen des mit den Wakambi ausgesöhnten Massai Koma-Tembo nach, doch mußte auch der dem auf Marimba lastenden Fluch erliegen. Auf einer Nashornjagd fiel Koma-Tembo mitsamt dem Tier in eine Fallgrube und beide wurden von den darin aufgestellten Spießen durchbohrt.

Die sonst stets wohlwollend und gütig beschriebene Marimba zeigte gegenüber einem Jungen Härte, der boshaft die Schlinge erfunden und darin ein junges und trächtiges Steinbockweibchen gefangen und getötet hatte. Sie ließ diesen Malinge wegen seiner mutwilligen und grundlosen Auslöschung des Lebens wütend vor Gericht bringen und verfügte nach dem Schuldspruch, ihm sollten die Beine gebrochen werden. Doch überstimmten sie die alten Richter und Malinge wurde den Tieren zum Fraß vorgeworfen.

Als das Gedenkfest zu Ehren von Marimbas Vater Obus gefeiert wurde, mischte ihr eine der Frauen ihres Sohnes, Lozana, eine Droge ins Essen, die Marimba in ein Koma fallen ließ. Das geschah, weil der Hexenmeister Kalembi die Marimba zum siechenden Gott Nangai bringen wollte. Dessen Wunden begannen gleich zu heilen, als Marimba, nunmehr willenloser Zombi, zugeführt wurde. Nangai aber fürchtete die Wut mächtigerer Götter als er erfuhr, auf welch schändliche Weise die begehrte Marimba zu ihm gebracht war.

Tatsächlich erschien die große Ma in Gestalt einer silbernen Riesin und strafte Nangai, indem sie ihn in einren gewöhnlichen Sterblichen verwandelte. Zudem sollte er die hilflose Marimba behüten, zu ihrem Volk zurückbringen und für hundert Jahre über sie herrschen, womit der böse Gott bekehrt wurde. Aus der Verbindung des bösen Nangai mit der guten Marimba sollten hundert Söhne und fünfzig Töchter geboren werden, die später Herrscher der Wakambi und anderer Stämme würden.