| Christentum | ||
(gr. Ikonoklasmus) Im achten Jahrhundert stritt man in Byzanz um die Frage, ob die auch Ikonolatrie (gr.) genannte Verehrung christlicher Bilder rechtmäßig sei oder aber ein zu verwerfender Rückfall ins Heidentum und ein Verstoß gegen das biblische Verbot der Abbildung Gottes.
726 erließ Kaiser Leo III. unter Berufung auf 2. Mose 20,4 und Apostelgeschichte 17,29 ein Verbot jeglichen Bilderdienstes (gr. Ikonolatrie). Dieses führte dazu, daß Bilderverehrer (gr. Ikonodulen) und Bilderverächter (gr. Ikonoklasten) heftig einander ins Gehege kamen und weder vor Gewalttätigkeit gegen Kunstwerke noch gegen Menschen zurückgeschreckt wurde. Eines der Opfer war Theodosia von Konstantinopel, die am 29. Mai 726 in Konstantinopel als Ikonudulin enthauptet wurde.
Der Streit um die Bilder zog sich über ein Jahrhundert hin. Erst 843 entschied die unter Kaiserin Theodora in Konstantinopel zusammengetretene Synode zu Gunsten der Bilderverehrung. Die orthodoxen Kirchen gedenken dieser Entscheidung alljährlich mit dem Fest der Orthodoxie.
Im sechzehnten Jahrhundert kam es erneut zu Angriffen gegen den religiösen Bilderschmuck, als im Zuge der Reformation bei unkontrollierten Tumulten zahlreiche Gotteshäuser von Ikonoklasten gestürmt und ihrer Kunstwerke beraubt wurden.
Ein strenges Bilderverbot kennt der Islam.