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   Christentum / NT
 

Herodias

(„die große Gebieterin”) Sie ist im Neuen Testament die Gemahlin des Herodes. An sich war sie die Frau von Philippus, dem Bruder des Herodes (Mt 14,3, Mk 6,17). Die schimpfliche Verbindung des Herodes mit Herodias hatte Johannes der Täufer kritisiert und wurde dafür von Herodes gefangengesetzt (Mt 14,4, Mk 6,17-18, Lk 3,19).

Als Herodes an seinem Geburtstag (Mt 14,6) ein prächtiges Gastmahl hielt, tanzte die Tochter der Herodias vor ihm und durfte sich dafür etwas wünschen (Mt 14,6-7, Mk 22-25. Auf Anstiftung ihrer Mutter verlangte sie das Haupt Johannes des Täufers, das ihr trotz der Bedenken des Herodes gebracht wurde und das sie der Herodias übergab (Mt 14,11, Mk 6,28).

Der Name der Herodias galt seit dem 10. Jahrhundert als Synonym für die Hekate, die man als Königin der Hexen betrachtete, welche als eine von drei Verkörperungen der Großen Göttin über die Hölle herrsche (die anderen beiden Verkörperungen sind demnach Hebe, die über den Himmel und Hera, die über die Erde herrschen soll). Der Glaube, diese Göttin Herodias herrsche über ein Drittel der Welt, wurde 936 vom Bischof von Verona verurteilt (WALKER, 375).

Nach mancher Ansicht handelte es sich bei dem Tanz der Herodias um einen Schleiertanz, der den Abstieg der Göttin in die Unterwelt symbolisierte.