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   Jesus Christus - Wunder
 

Die Hochzeit zu Kana

Dieses Wunder Jesu wird im Rahmen der kanonischen Evangelien nur von JOHANNES mitgeteilt, bei dem dafür gleich als erstes. In Kan in Galiläa war eine Hochzeit, wo Maria, die Mutter Jesu, zugegen war und zu der auch Jesus und seine Jünger eingeladen waren. Der Wein ging zu Neige und Maria teilte dieses Jesus mit, welcher ihr — etwas unwirsch — mit den Worten: „Weib, was geht’s dich an, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen” antwortete. Nichtsdestotrotz wies seine Mutter die Dienerschaft an, sie solle tun, was Jesus von ihr verlange. Es standen dort nach Sitte jüdischer Reinigung sechs steinerne Krüge, welche ein jeder zwei oder drei Maß faßte. Jesus wies die Diener an, diese Krüge mit Wasser zu füllen, was auch gemacht wurde. Dann ließ er dem Speisemeister davon bringen und die Flüssigkeit erwies sich als vortrefflicher Wein, der weitaus besser war, als der zuvor vom Bräutigam gereichte, dem man darüber vorhielt, man reiche doch zuerst den guten Wein, den Minderen erst, wenn alle trunken seien. Dieses war laut JOHANNES, 2 das erste Wunder, das Jesus tat und die Jünger glaubten an ihn. Ein Maß entspricht etwa 39 Liter, die Gesamtmenge waren also zwischen 468 und 702 Liter Wein — und das, obwohl die Gäste laut JOHANNES 2,10 bereits trunken waren.

 

Eine aus Wichmannsdorf mitgeteilte Sage weiß von einem Knecht, welcher mit Hilfe einer Berufung auf die Hochzeit zu Kana einen Pferdedieb erlöste: der war bei Hetzdorf einmal nachts draußen bei den Pferden, da bemerkte er einen Mann ohne Kopf, welcher sich an den Pferden zu schaffen machte. Der Knecht beobachtete das Treiben eine Weile, in der dritten Nacht wagte er die Frage, weshalb jener dort umgehe. Da antwortete der ihm, er sei einst ein Pferdedieb gewesen, der einen der Pferdehüter erschlaggen hatte und zur Strafe nun hüten helfen müsse. Da sagte der Pferdeknecht: „In Canaan in Galiläa ist eine Hochzeit, da ist unser Herr Jesus Christus, da sollst du auch sein!” Daraufhin verschwand der kopflose Mann und wurde nimmermehr gesehen. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 67)

 

In Bielefeld sagte man: „weihnachten zwischen XI und XII wird das wasser wein, und das vieh steht auf; wer es aber untersuchen will, erblindet, ertaubt oder ist ein kind des todes.” (GRIMM, A. 792)

 

Soweit nicht anders vermerkt ist auf diesen Seiten stets die Lutherübersetzung nach dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text, erschienen 1961 bei der Württembergischen Bibelanstalt, Stuttgart, zitiert.