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   Christentum - Wiedertäufer
 

Jan Matthys

Ein aus Haarlem in Holland stammender Bäcker und glühender Parteigänger des Wiedertäufers Melchior Hofmann.

In der seinerzeit lutherischen westfälischen Stadt Münster lebten in den Zwanziger- und Dreißiger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts zahlreiche holländische Wiedertäufer, deren Lehren auch bei den einheimischen Münsteranern Anklang fand und deren Anführer Jan Matthys war, als die Wiedertäufer gegen das lutherische Bürgertum Münsters revoltierte und es aus der Stadt trieb.

Jan Matthys errichtete in Münster, das er für das „Neue Jerusalem” hielt, eine Diktatur, ließ alle Bücher verbrennen und den Besitz der Reichen konfiszieren sowie Kirchen und Klöster plündern. Die Reaktion war eine Belagerung Münsters durch bischöfliche Truppen. Am 5. April 1534 wagte Matthys einen Ausfall gegen die Belagerer, bei dem er getötet wurde.

Sein Nachfolger als Führer der Münsteraner Wiedertäufer wurde Jan Bockelson, der sich im August 1534 zum König des Neuen Jerusalem ausrief.