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   Christentum
 

Johann Tetzel

„Sobald das Geld im Kasten klingt,
die Seele aus dem Fegfeuer springt”

(Johannes Tetzel) Ein Dominikaner und berühmt-berüchtigter Ablaßprediger der Vorreformationszeit.

Der um 1465 in Pirna geborene Johann Tetzel wurde von Albert von Hohenzollern, dem Bischof zu Magdeburg, zum Werber für den Generalablaß berufen. Die so eingenommenen Gelder sollten in Rom den Bau des Peterdoms finanzieren. Die Gegenleistung für die Gläubigen war das Versprechen, durch Erwerb eines Ablaßbriefes seiner begangenen Sünden ledig zu werden, die im Fegefeuer zu nutzende Zeit mithin abzukürzen.

Tetzel übertrieb es mit diesem Versprechen, indem er Ablaß sogar für noch zu begehende Sünden versprach. Schon fast erpresserisch war Tetzels Versprechen, der Ablaß könne sogar längst Verstorbenen helfen — das übte moralischen Druck auf Angehörige aus, einen in Sünde verstorbenen Ahnen aus dem Fegefeuer herauszukaufen, denn der selbst konnte schlecht selbst Buße tun und weder beichten noch bereuen. Welcher mitfühlende Verwandte mochte sich da dem Vorwurf aussetzen, aus bloßem Geiz dem Verwandten nicht von seiner Pein zu befreien?

Das forsche und unwürdige Auftreten des Ablaßhändlers Johann Tetzel war für Martin Luther der Anlaß, seine 95 Thesen gegen den Ablaß zu veröffentlichen.

Johann Tetzel verstarb am 11. August 1519 in Leipzig.