Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Christentum
 

Katharer, Albigenser

Eine christliche Sekte, die, vom Balkan kommend (siehe Bogomilen), im 12. Jh. rasch Anhänger in Oberitalien und Südfrankreich, aber auch in Deutschland und Sizilien Anhänger fand. Kennzeichnend für die Lehre der Katharer war eine an Elemente des Manichäismus angelehnte Haltung der Weltabkehr mit Ideal der Askese und der Armut. Wichtige Bestandteile des katholischen Glaubens, die kirchlichen Sakramente, Kreuze, Bilder, Altäre oder die Verehrung der Heiligen wurden von ihnen abgelehnt. Die Katharer entfalteten einen eigenen Kult mit eigener Hierarchie, ehe sie von der katholischen Kirche verfolgt und schließlich vernichtet wurden. Die Katharer selbst nannten sich „gute Christen” (boni christiani), ob auch cathari („die Reinen”), ist unbelegt.

Bedeutung und Herkunft des Begriffs Katharer sind nicht ganz eindeutig. Aus dem Griechischen abgeleitet (katharos) bedeutet er „die Reinen”; cathari wurde erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts benutzt (aber schon im dritten Jahrhundert nannten sich die Anhänger des häretischen Bischofs Novatianus cathari). Wenig später kam das Wort Ketzer auf. Ob Ketzer, niederdeutsch Ketter, nun eine Eindeutschung des Wortes cathari ist oder ob es von Katze abgeleitet ist und darum „Kätzer” zu lesen wäre, da man Häretikern vorwarf, Katzen auf den Hintern zu küssen, bleibt ungewiß. (BAIER, 10)

Ein anderer häufig gebrauchter Ausdruck für diese Sekte war Albigenser, nach der Stadt Albi, das zwar ein Zentrum dieser Strömung war, aber bei weitem nicht das einzige Verbreitungsgebiet dieser über halb Europa verbreiteten Glaubensrichtung.

Man nannte die Angehörigen dieser Sekte auch Tisserands (Weber). Dieser Name soll auf den Fleiß dieser frommen Menschen anspielen, die „über Webstühle gebeugt” nachsannen, „ob der ,Erdgeist am sausenden Webstuhl der Zeit wirklich der Gottheit lebendiges Kleid wirke.’” (RAHN, 13)

Zum Kreuzzug gegen die Albigenser rief Papst Innozenz III. auf, von 1209 bis 1229 wütete der Feldzug in Südfrankreich mit besonderer Grausamkeit, doch erst, als der König von Frankreich (die Gelegenheit nutzend) in die bis dahin nicht seiner Krone zugehörigen Gebiete einmarschierte, wurde die politische und religiöse Kraft dieser Glaubensgemeinschaft gebrochen. Dennoch verfolgte die Inquisition noch lange der Ketzerei Verdächtigte, erst 1330 soll die Sekte ausgerottet worden sein.

 

Der Okkultist Arthur Edward Waite (1857 bis 1942) vertrat in seinem 1910 erschienen Buch „The Key to the Tarot” („Der Schlüssel zum Tarot”) die Auffassung, die Tarotkarten seien Hinterlassenschaften der Albigenser und ständen mit dem Gralsmythos in Verbindung. (GRAF, 183)