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   Christentum
 

Konrad von Marburg

(Meister Konrad; Konrad v. ahd. kuoni, „kühn”, „mutig” u. rat, „Rat”, „Hilfe”) Ein Inquisitor, Kreuzzugsprediger, Priester und Beichtvater der Elisabeth von Thüringen. Vermutlich gehörte er dem Orden der Prämonstratenser an.

Der asketische Geistliche wirkte auf Elisabeth von Thüringen ein, als Achtzehnjährige ihre drei Kinder zu verlassen und sich stattdessen den Aussätzigen und Armen zu widmen. Er lehrte sie, die ohnehin überaus fromm und demütig war, daß Schmerz und Gehorsam den Weg ins Himmelreich eröffne und sie ergab sich willig der strengen Zucht Konrads. Die entsprechende Heiligenbeschreibung bei Jacobus de Voragine, der Meister Konrad als „armen und bedürftigen Menschen, der sich aber durch sein Wissen und seine Frömmigkeit hervortat” beschreibt, legt davon beredtes Zeugnes ab (Legenda Aurea, 384-408).

Von Papst Gregor IX., dem Gründer der Inquisition, bekam Konrad den Auftrag, gegen die Ketzergruppe der Luziferaner vorzugehen und wurde so erster päpstlicher Inquisitor in Deutschland. Mit Hilfe der Folter erzielte Konrad ab 1227 die entsetzlichsten Geständnisse und übergab die Täter der weltlichen Justiz. Allein in Straßburg sollen auf diese Weise achtzig Menschen umgekommen sein. (de ROSA, 226f.)

Konrad wirkte sechs Jahre lang und erwarb sich einen weithin gefürchteten Ruf, ehe er am 30. Juli 1233 von einigen Adligen, welche er der Ketzerei beschuldigte, erschlagen wurde.